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Hamminkeln
Togo-Projekt für behinderte Kinder

Hamminkeln: Togo-Projekt für behinderte Kinder
Anbau-Einweihung: Links überreichen der Fahrer Rodríguez und Pfleger Kossi von der Krankenstation in Atakpamé Bischof Nicodeme Barrigah-Benissan Geschenke, rechts ist der Garten zu sehen. FOTO: Privat
Hamminkeln. Der Verein Togo - Neuer Horizont hat die Klinik in Atakpamé mit einem Anbau erfolgreich erweitert. Von Thomas Hesse

Das Engagement des Vereins Togo - Neuer Horizont ist ungebrochen. Jetzt wurde eine weitere Etappe erfolgreich beendet: Der Erweiterungs-Anbau an die bestehende Krankenstation und Mutter-und-Kind Klinik in Atakpamé ist fertig. "Darauf sind wir sehr stolz", sagte gestern Vorsitzende Anna Maria Klocke. Die Dingdenerin ist gerade von der feierlichen Einweihung zurückgekehrt. Dabei erlebte sie eine Überraschung: ein Mädchen namens Anna Maria. Das Baby trägt ihren Vornamen als Dank für unermüdlichen Einsatz.

Das nächste Projekt in Nordtogo habe man bereits ins Auge gefasst, sagt sie. Weitere Anliegen in der Zukunft werden Patenschaften für Kinder mit Handicap und schweren Behinderungen sein. "Große Armut verwehrt diesen Kindern und Jugendlichen ein Dach über den Kopf, Nahrung, Schulbesuche, Medikamente und Förderung", sagt die Afrika-Rückkehrerin. Ihr habe sich "ein Bild des Schreckens" geboten.

Blick auf den Anbau des Krankenhauses in Atakpamé - die Erweiterung ist dem Hamminkelner Verein gelungen. FOTO: NN

In Nampoch in Nordtogo soll die bestehende Krankenstation grundsaniert und erweitert werden. Hier funktioniere die Wasserförderung aus einem Brunnen nicht mehr, Kühlschränke, die an Sonnenkollektoren angeschlossen sind, laufen nicht, und die Erreichbarkeit ist eingeschränkt, weil Wohnmöglichkeiten für die Schwestern fehlen. Nun soll ein kleines Wohnheim für sie entstehen, Toiletten und Küche werden gebaut, Ausrüstung und Infrastruktur (Apotheke, Labor) werden erneuert. 270.000 Euro kostet das Projekt.

Das Entwicklungshilfe-Ministerium steuert 75 bis 80 Prozent bei, den Rest sammelt der Neue Horizont. Spenden sind also willkommen, auch wenn Finanzhilfe durch die Flüchtlingskrise nicht mehr einfach zu bekommen ist. Andererseits: Der Verein steuert einen großen Anteil bei, dass die Lage vor Ort stabil bleibt und keine Fluchtanreize entstehen.

Kern der humanitären Hilfe in Nampoch ist es, mit einer Gemeindeschwester medizinische Hilfe in die Dörfer zu bringen. "Es geht darum, Kinder- und Müttersterblichkeit zu senken. Die Krankenstation ist in vielen Fällen zu weit entfernt, deshalb sind Besuche nötig", sagt Anna Maria Klocke. Sie berichtet von fünf Todesfällen bei 75 Entbindungen, eine hohe Quote. Im Finanzierungsantrag an das Ministerium stehen auch zwei Mofas, sie sollen die Gemeindeschwestern mobil machen, um schnelle Hilfe zu leisten.

Die Dingdenerin möchte auch das System der Patenschaften für Kinder ausweiten. 101 bestehen davon. "Wir wollen behinderte Kinder unterstützen, sie sind die Ärmsten der Gesellschaft. Ich habe bei Besuchen in Familien schlimme Zustände erlebt", erzählt Anna Maria Klocke. Sie sei froh, dass gerade mithilfe der Familie Seibt (Grav-Insel in Wesel) ein Container mit Rollstühlen angekommen sei. Ein anderes behindertes Kind hat sie zu einer Förderschule begleitet. "Ich war erstaunt, wie gut sie ausgestattet war. Man hat auch positive Erlebnisse, das freut mich", sagt sie. Positives zu tun, ist nicht teuer. 15 Euro im Monat kostet eine Patenschaft. Die Hilfe wird kontrolliert ausbezahlt. Man will sicher sein, dass sie tatsächlich bei den Kindern ankommt.

Quelle: RP
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