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Wesel/Hamminkeln
Trapp-Gebäude: Umbau für 200 Flüchtlinge

Wesel/Hamminkeln. Die Stadt Wesel will das Trapp-Verwaltungshaus, das schon als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt worden war, nach RP-Informationen mit 200 Plätzen für Asylbewerber umbauen. Ohne Container auf der Freifläche. Die Baugenehmigung soll schon vorliegen. Die Stadt erwartet bis Ende dieses Jahres 380 neue Flüchtlinge. Zur Überbrückung ist Wesel auf Hamminkelner Wohncontainer angewiesen. Die Zustimmung des dortigen Rates am Montag ist wahrscheinlich, aber kein Selbstläufer. Von Thomas Hesse

Dieter Genterzewsky, der Chef der CDU-Fraktion in Hamminkeln, sagte gestern, darüber habe die stärkste Fraktion noch nicht abschließend beraten. "Rein kaufmännisch ist das lukrativ für die Stadt, 150.000 Euro Miteinnahmen sind schon ordentlich. Wir haben genug Platz, aber wir wünschen keine Pilotwirkung auf andere Kommunen, sich Hamminkelns zu bedienen."

Wie berichtet, hat die Isselstadt mit Millionen-Aufwand weiterverwertbare Wohncontainer aufgestellt und sich so ein Polster geschaffen, falls der Flüchtlingsstrom wieder anschwillt. Hamminkeln hat seine Aufnahmequote erfüllt - wohl bis Ende des Jahres. Im Flüchtlingsdörfchen an der Straße Daßhorst ist Raum für 122 Asylsuchende, die Wesel belegen will, wofür die Kreisstadt nicht nur Miete zahlt. Sie muss auch Schulbesuch, Betreuung und Fahrdienste finanzieren. Was das für die Flüchtlingshilfen der jeweiligen Städte bedeutet, soll am Mittwoch besprochen werden.

Genterzewsky verlangt, dass der Einsatz von Sozialarbeitern und die Betreuung der Flüchtlinge von Wesel geleistet werden. "Das muss schriftlich vorliegen, wir wollen keine Kosten haben", sagte er. Und: "Wir sind in guter Lage, Wesel nicht. Wir waren vorausschauender. Das lässt sich feststellen." Das hat auch Wesel festgestellt. Neben dem Trapp-Gebäude gibt es Planungen für weitere Unterkünfte. Sozialdezernent Daniel Kunstleben muss jetzt nachbessern.

Warum das so ist, lässt sich nur politisch erklären. Einen Puffer aufzubauen, schien bisher verpönt. Stattdessen sollte die dezentrale Lösung mit Wohnungen ausreichen. Nun fehlen Wohnungen für Flüchtlinge, die bestehenden sind zu klein oder nicht bewohnbar. "Da hat Ludger Hovest von der SPD in Wesel falsch gehandelt", glaubt Dieter Wisniewski (USD). Wesel habe bei der Bezirksregierung monatelang um Zuweisungen gebeten, es sei aber nichts gekommen, hatte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp in dieser Woche bei der Vorstellung der interkommunalen Zusammenarbeit erklärt. Die Bezirksregierung wehrt ab. Pressesprecher Söbbeler: "In der ersten Jahreshälfte bekamen die kreisangehörigen Städte eine Atempause. Bekannt war, dass dann wieder Zuweisungen erfolgen. Wir können nicht einzelne Kommunen davon ausnehmen."

Quelle: RP
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