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Wesel
Treffpunkt für jedes Alter

Wesel: Treffpunkt für jedes Alter
Ursula von der Leyen FOTO: RPO
Wesel. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen eröffnet nächsten Mittwoch im St. Josef-Haus des Sozialdienstes Katholischer Frauen (SKF) das kreisweit erste Mehrgenerationenhaus. Was heißt das? Ein Blick hinter die Kulissen. Von Klaus Nikolei

Wenn Anne Oberdorfer (52), Geschäftsführerin des St. Josef-Hauses, Am Birkenfeld, oder ihre 76 Mitarbeiter im Freundes- und Bekanntenkreis vom Mehrgenerationenhaus erzählen, ernten sie stets ungläubige Blicke. „Fast jeder geht nämlich davon aus, dass in einem Mehrgenerationenhaus Senioren und junge Familien unter einem Dach leben und sich gegenseitig helfen“, sagt Oberdorfer. Falsch! Das St. Josef-Haus, das am Mittwoch, 28. März, von Bundesfamilien-Ministerin Ursula von der Leyen offiziell zum kreisweit ersten Mehrgenerationenhaus gekürt wird, versteht sich vielmehr als Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen. Die bereits seit Jahren vorhandenen Angebote – unter anderem Eltern-Kind-Heim, Second-Hand-Shop, Kindertagesstätte, Haushaltsservice – sollen künftig enger miteinander vernetzt, zusätzliche Dienstleistungen wie Hausaufgabenhilfe, PC-Kurse für Senioren und Einkaufshilfen mit ins Programm genommen werden.

Nachbarschaftshilfe ist wichtig

„Aufgrund des demographischen Wandels ist es wichtig, dass sich die Generationen gegenseitig unterstützen“, sagt Oberdorfer. Selbsthilfegruppen und Nachbarschaftshilfen müssten aufleben, damit die Gesellschaft weiterhin human leben könne.

Das Mehrgenerationenhaus soll aber nicht nur ein Ort der Begegnung werden, sondern auch Menschen aller Altersgruppen als Lotse dienen. „Wir wollen Ansprechpartner in allen Lebenslagen sein und können bei Problemen an die zuständigen Stellen im gesamten Stadtgebiet verweisen“, sagt Oberdorfer, die im vergangenen Jahr dem Aufruf des Familienministerium gefolgt war und eine aussagekräftige Bewerbung nach Berlin geschickt hatte. Dass sich das St. Josef-Haus gegen acht Mitbewerber aus dem Kreis durchgesetzt hat, freut den Sozialdienst Katholischer Frauen. Denn mit der Ernennung zum Mehrgenerationenhaus sind finanzielle Zuwendungen verbunden. Bis einschließlich 2011 fließen Fördergelder in Höhe von 40 000 Euro jährlich nach Wesel. Mit der Hälfte des Geldes wird die neu eingestellte Projektleiterin Ilka Goßens bezahlt, der Rest ist für Sachkosten ( beispielsweise PC- und Telefonrechnungen) verplant.

Mit der öffentlichkeitswirksamen Eröffnung des Mehrgenerationenhauses ist beim SKF die Hoffnung verbunden, eine breite Öffentlichkeit für die Angebote zu interessieren. (Die Gruppen, die Pläne – Seite B 6)

Quelle: RP
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