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Manfred Mertsching
"Unbedingt Pauschalfreibetrag beantragen"

Wesel. Wesels Behindertenbeauftragter gibt Tipps zum Thema Steuern.

Wesel Im Sommer 2016 werden die Renten um 2,5 Prozent. Eigentlich ist das ein Grund zur Freude. Doch nicht unbedingt für jeden. Das jedenfalls sagt Manfred Mertsching. Er ist Wesels ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter und hält immer am ersten Dienstag im Monat von 16 bis 18 Uhr in der Seniorenbegegnungsstätte Im Bogen an der Magermannstraße eine kostenlose Sprechstunde ab.

Warum kann es für behinderte Rentner ein Problem sein, dass im Juni die Rente erhöht wird?

Mertsching Weil dann Rentner - ich spreche hier nur über Ruheständler mit einem Behinderungsgrad von mindestens 25 Prozent - womöglich erstmals Steuern bezahlen müssen.

Und was sollten die Betroffenen tun?

Mertsching Im Januar sollten sie unbedingt zum Finanzamt gehen und einen Pauschalfreibetrag beantragen.

Woher weiß man denn, welchen Behinderungsgrad man hat?

Mertsching Dazu benötigt man zunächst einen Behindertenausweis. Den dafür nötigen Antrag gibt es in meiner Sprechstunde. Ich helfe natürlich auch beim Ausfüllen.

Wer stellt denn den Behinderungsgrad fest?

Mertsching Der Hausarzt. Aber nochmals zurück zu dem Antrag. Ich schicke ihn an das Versorgungsamt. Das wiederum prüft die Angaben und kontaktiert den Hausarzt, der den Grad der Behinderung bestätigen muss. Ist das Problem gelöst, erhält der Behinderte vom Versorgungsamt einen Bescheid, mit dem man beim Finanzamt einen Antrag auf den Freibetrag stellen kann.

Hört sich ziemlich kompliziert und aufwendig an. Lohnt sich denn die Sache am Ende wirklich?

Mertsching Auf jeden Fall. Das kann man an folgenden Zahlen erkennen: Wer einen Behinderungsgrad von 25 bis 30 Prozent vorweisen kann, kann einen Pauschalfreibetrag in Höhe von 310 Euro beantragen. Bei 35 bis 40 Prozent sind es 430 Euro, bei 45 bis 50 Prozent 570 Euro und so weiter. Bei 95 bis 100 Prozent sind es 1400 Euro. Und für Blinde, Menschen mit Pflegestufe drei und Behinderte, in deren Ausweis das Merkmal H wie hilflos eingetragen ist, sind es 3700 Euro.

Kostet Ihre Beratung etwas?

Mertsching Nein. Die ist kostenlos. Wer sich vorab informieren möchte, kann mich unter Telefon 0281 61544 anrufen.

RP-REDAKTEUR KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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