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Klaus Schütz
"Uns werden alle Kosten erstattet"

Klaus Schütz: "Uns werden alle Kosten erstattet"
FOTO: Malz
Wesel. Ordnungsdezernent ist froh, dass sich die 120 Flüchtlinge in der Notunterkunft offensichtlich wohlfühlen.

WESEL Innerhalb kürzester Zeit hat die Stadt unter anderem zusammen mit der Feuerwehr, dem Deutschen Roten Kreuz, den Maltestern, der Caritas und dem THW aus zwei zusammenhängenden Hallen am Lippeglacis eine Notunterkunft für insgesamt 120 Flüchtlinge geschaffen. Die erfüllt, auch aus Sicht der Düsseldorfer Bezirksregierung, alle Voraussetzungen, damit sich die Menschen aus Syrien, aus Nordafrika, aus dem Iran und Irak und aus mehreren Balkanstaaten wohlfühlen können. Entsprechend positiv die vorläufige Bilanz von Wesels Ordnungsdezernent Klaus Schütz aus.

Ist die Notunterkunft nun voll besetzt? Und: Wie geht es den Flüchtlingen?

Schütz Am Donnerstag gegen 21 Uhr kam erneut ein Bus mit 55 Flüchtlingen. Und wie am Tag zuvor, wurden auch sie von Mitarbeitern der Stadt in Empfang genommen, registriert und vom Team des Kreisgesundheitsamtes untersucht. Allen geht es den Umständen entsprechend gut. Um auf ihre erste Frage zu antworten: Ja, die Unterkunft ist mit 120 Personen gut gefüllt.

In Zahlen: Flüchtlinge pro Stadt FOTO: RP

Wie lange werden die Menschen in Wesel bleiben?

Schütz Das kann derzeit niemand sagen. Wir wissen aus dem Erlass nur, dass wir Erstaufnahmeeinrichtung sind und die Menschen mindestens drei Wochen bleiben.

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Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Gehen Sie davon aus, dass die Notunterkunft dauerhaft benötigt wird?

Schütz Uns liegen dazu keinerlei Informationen vor.

Was ist was - Begriffe zum Thema Flüchtlingsunterkünfte

Aber mit einer erneuten Belegung muss die Stadt doch rechnen, oder?

Schütz Das wird man sehen.

Wird eigentlich der Haushalt der Stadt durch die Einrichtung der Notunterkunft zusätzlich belastet?

Schütz Nein. Denn alle Ausgaben bekommen wir von der Bezirksregierung ersetzt. Wir werden kurzfristig alle Kosten zusammenstellen - beispielsweise auch für das Catering, den Sicherheitsdienst oder die Bereitstellung von Waschmaschinen - und mit der Bezirksregierung in Düsseldorf abrechnen. Unabhängig davon ist es uns wichtig, dass unter anderem die Betriebe, die kurzfristig eingesprungen sind, um beispielsweise die Notbeleuchtung zu installieren, die Wände zu streichen oder den Laminatboden zu verlegen, schnell ihr Geld bekommen.

Apropos Laminatboden. Gab es dazu eigentlich keine Alternative, die vielleicht preiswerter gewesen wäre?

Schütz Nein. Für eine Fläche von 1000 Quadratmeter war so schnell nichts anderes zu bekommen. Und auf den kalten Betonboden musste ein Belag, der auch für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Die hat übrigens ein Vertreter der Bezirksregierung bei seiner Bereisung gelobt.

Haben Sie schon Reaktionen der Flüchtlinge, ob sie sich wohlfühlen?

Schütz Durch die Dolmetscher wissen wir, dass sich die Flüchtlinge angenommen fühlen. Wir werden jetzt ein Betreuungskonzept ausarbeiten, um den Flüchtlingen ein Programm anbieten zu können.

Hätten Sie gedacht, dass die Aufnahme der Flüchtlinge so gut läuft?

Schütz Es ist alles besser gelaufen, als wir hoffen konnten. Auch die Bereitschaft der Bevölkerung, unter anderem mit Kleiderspenden zu helfen, ist überwältigend.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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