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Fritz.schubert
unsere woche Einsichten und Aussichten

Fritz.schubert: unsere woche Einsichten und Aussichten
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Na, wer sagt's denn: Verwaltung und Politik einerseits sowie Vernunft und gesunder Menschenverstand andererseits müssen sich offenbar doch nicht ausschließen. Segensreicher Beweis ist die Erkenntnis, dass ein zweiter Radarwagen in Wesel nicht nötig ist. 175 000 Euro plus Betriebskosten waren beim Beschaffungsbeschluss im Mai angesetzt worden. Nun heißt es aus dem Fachamt: Nicht nötig, weil die fünf neuen Politessen auch für den Einsatz im Radarwagen geschult werden können.

Der wäre dann voll ausgelastet. Das verdient, und zwar erst mal ganz ohne Spott, Lob. Dennoch keimt die Frage auf, weshalb man im Mai beschloss, zu einem anscheinend nicht ausgelasteten Fahrzeug ein zweites zu gesellen. Und da ist er dann wieder: der nicht ausrottbare Verdacht, dass Beamte und Angehörige bestimmter Parteien einfach nicht mit Geld umgehen können. Schon gar nicht mit öffentlichem. Da ist aber auch die Hoffnung, dass ab und zu eben doch ein neues Nachdenken stattfindet und sogar ein Urteil revidiert wird.

Zu wünschen ist solche Einsicht ein paar Hundert Meter weiter im Kreishaus auch dem Landrat. Es hat schon was von einem besonderen Kabinettstückchen, wie er sich nach den mahnenden Worten der Regierungspräsidentin zum Haushalt mit fremden Federn schmückt und dabei vollkommen ausblendet, dass er den vom Bündnis CDU-Grüne-FDP/VWG durchgesetzten Etat unlängst für nicht genehmigungsfähig hielt, dass er seine Führungsriege Schreckensszenarien aufbauen ließ und dass nicht zuletzt das Personal, das gar nichts zu befürchten hatte, als moralisches Druckmittel benutzt wurde.

Siehe da: Alles bestens, heißt es aus Düsseldorf, und auf jeden Fall weiter so, denn die Aussichten bleiben schlecht. Ohne rechtzeitiges Gegensteuern, sprich weiteres Sparen, sind ausgeglichene Haushalte nicht zu schaffen. Verstörend bleibt, dass dieser Tage eine junge Syrerin samt Kind die Notunterkunft am Lippeglacis verließ. Ohne ein Wort. Das mag im Sinne unserer Freiheitsrechte in Ordnung sein. An Sorgen, die man sich macht, ändert das nichts.

Sagt man nicht mehr Bescheid, wenn man weggeht? Fragt man sich nicht mehr, wo jemand geblieben ist, um den man sich gekümmert hat? Schade.

Quelle: RP
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