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Fritz.schubert
unsere woche Mehr Toleranz, bitte!

Wesel. Beim Aufbruch in ein neues Jahr begräbt man gern das alte. Dennoch ist es stets von Vorteil, gerade die schlechten Erfahrungen zum Guten zu nutzen. Dabei helfen oft jahrhundertalte Sprüche, die an Gültigkeit nichts verloren haben. "Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll", hat Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) einmal gesagt. Das passt zum Jahreswechsel. Begleiten kann uns dabei Lichtenbergs wohl bekanntester Satz: "Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?" Kurz: Bildung, Vernunft, Toleranz und Aufklärung sind angesagt, um die Probleme unserer Zeit auch nur halbwegs in den Griff zu kriegen.

Im Jahr des Stadtjubiläums darf man sich da - ganz im Geiste des gastfreundlichen Wesel ("Vesalia hospitalis") gerne heimischer Geistesgrößen besinnen. Aus gutem Grund ist dem Humanisten Konrad Heresbach (1496-1576) auf dem Großen Markt eine Bronzeplastik in Form eines aufgeschlagenen Buches gewidmet. Mit seinem Wort "... denn es gilt Irrtümer, nicht Menschen auszurotten" ist alles gesagt.

Ich wünsche uns den Erhalt der Meinungsfreiheit und die Pflege einer Streitkultur in respektvoller und zivilisierter Atmosphäre. Dazu kann jeder im Umgang miteinander unmittelbar beitragen. Im Nachbarn, im Fremden, im Andersdenkenden, im politischen oder sportlichen Gegner ist immer zuerst der Mensch zu sehen. Davon in Ratssitzungen, im Straßenverkehr, im Supermarkt, am Gartenzaun und auch in der Familie mehr zu spüren, wäre schon ein sehr großer Fortschritt.

Quelle: RP
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