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Hamminkeln
Unterbauerschaft schließt sich selbst an

Hamminkeln. Brüner gründen Verein, um das Glasfasernetz in den Außenbereich zu bringen - ohne Landesförderung. In einer Selbsthilfeaktion wird die Infrastruktur gebaut. RWE-Tochter Innogy sorgt für die Netztechnik. Von Thomas Hesse

Einen entscheidenden Schritt haben die Brüner im Außenbereich getan, um an die Datenautobahn per Glasfaser angeschlossen zu werden. Zur Umsetzung des Projekts "Unterbauerschaft geht auch schneller" wurde ein Verein gegründet, um aus der Interessen- eine Teilnehmergemeinschaft zu machen und damit nach außen hin als Vertragspartner handlungsfähig zu werden. Der Zulauf war enorm bei der Sitzung in der Gaststätte Majert: fast 90 Teilnehmer und am Ende 44 Gründungsmitglieder. Das sind alle Eigentümer, die zu der Versammlung gekommen waren. Sie vertreten rund 60 Anschlüsse. Ziel ist es, wegen der Finanzierung auf mindestens 70 Anschlüsse zu kommen, die restlichen sind aber fest zugesagt.

Das klingt nicht unbedingt nach viel, ist aber durchaus bedeutsam. Denn in der Brüner Unterbauerschaft gibt es neben landwirtschaftlichen Betrieben auch große Firmen wie Eimers Elektrotechnik, Lohnunternehmer, mehrere Handwerksbetriebe und Gastronomie (unter anderem Hasen Hein). Nächster Schritt ist nun die Anmeldung beim Vereinsregister und dann der Abschluss eines Kooperations-Vertrages mit dem Projektpartner Innogy (RWE-Tochter). 70 Endkundenverträge mit Innogy wurden in ersten Schritten verabredet. Landesförderung gibt es nicht, und deshalb hat der Erstanschluss mit 1500 Euro seinen Preis. Bürgermeister Bernd Romanski lobte in seinem Grußwort die Eigeninitiative.

Aufgabe des Vereins ist es nun, das Leerrohrnetz in einem Meter Tiefe zu verlegen und alle Tiefbauarbeiten bis zu den Häusern zu leisten. Innogy wird in die Rohre das Glasfaser einblasen und aktive Netztechnik aufbauen. Jeder Eigentümer hat dann zentrale Einrichtungen im Keller. Bis 100.000 Euro muss der Verein aufbringen, beim Tiefbau helfen Mitgliedsbetriebe. Die Initiative wird fachlich von Innogy begleitet. Beginn der Arbeiten soll im Frühling 2017 sein - Qualität geht vor Schnelligkeit, heißt es. Ziel ist, den Verein so schnell wie möglich zu schließen - mit der Übertragung an Innogy.

Mit der Resonanz der Versammlung waren die Initiatoren hochzufrieden - 60 Teilnehmer hatten sie erwartet, angesichts des Andrangs war zunächst Stühleschleppen angesagt. "Es bewahrheitet sich, dass die ländliche Nachbarschaft zusammenhalten und man gemeinsam etwas Großes erreichen kann", resümierte Christian Quik aus der Unterbauerschaft.

Quelle: RP
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