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Wesel
Unterwegs auf dem "Franziskusweg"

Wesel: Unterwegs auf dem "Franziskusweg"
Dietmar Bunse zeigt stolz sein neues Buch: "Das Sonnenlied des Franziskusweges". Es sei sein bestes Buch, sagt der Schreiber überzeugt. Der Leser kann beim Lesen in Gedanken mitpilgern. FOTO: Hermann
Wesel. Für Dietmar Bunse sind Pilgerwanderungen ein Quell der Inspiration. Er wanderte auf noch nicht überlaufenen Pfaden und hat darüber ein Buch geschrieben. Von Thomas Hesse

2011 ist er aus seinem Beruf als Banker ausgestiegen. Damals hat er auch den Jakobsweg beschritten und als Pilger prägende Erfahrungen gemacht. Dietmar Bunse hat von der Spiritualität gekostet und dies hat ihn bis heute nicht losgelassen. "Ich habe mich christlichen Wegen verschrieben", sagt er und hat eine neue Strecke gefunden, die ihn mehr als nur begeistert hat. Der Weg durch kostbare Naturschönheiten und entlang kultureller Schätze hat ihn gefangen. Wieder hat Bunse aufgeschrieben, was er auf der 200 Kilometer langen Distanz von La Verna nach Assisi in Italien erlebt, geschaut und gespürt hat. "Das Sonnenlied des Franziskuswegs" heißt die Geschichte über den besonderen Pilgerweg, der bekannt, aber nicht überlaufen ist. Dietmar Bunse stellt sein Buch am 25. Oktober im Waldhotel Tannenhäuschen vor. Als Mischung von Lesung und Vortrag und mit einem Film, den er mitgestaltet hat und der ihm ein Herzensanliegen ist.

Schon den Jakobsweg hatte er literarisch verarbeitet. "Die Lust Weg-zu-laufen" heißt sein Buch mit dem beziehungsreichen Titel. Die "Faszination Portugiesischer Jakobsweg" beschäftigt sich mit der Fortsetzung des berühmten Pilgerwegs, dessen Bewältigung Jahr für Jahr Tausende anzieht. Der Franziskusweg ist für Bunse die beschauliche, die stille Variante, die noch so etwas wie ein Geheimtipp ist. Sie passt zu dem Menschen Bunse, der für sich erfahren hat, dass er bewegende Erlebnisse am besten allein macht. "Der Weg verrät mir seine Geheimnisse nur, wenn ich alleine laufe und nicht zu zweit oder zu dritt", sagt der 63-Jährige.

Es sei wie eine Zwiesprache gewesen, er habe Hochstimmung erlebt beim Wandern in pittoresker Landschaft. "Ich habe getanzt auf dem Weg." Seine Lieblingsmusik von Mark Knopfler hatte er dabei, auch das passte.

Die Wanderung durch die Hügellandschaft des Apennins, durch verschlafene Dörfer und quirlige Städtchen war auch eine Auseinandersetzung mit der franziskanischen Geschichte. 1500 Stunden Arbeit stecken in Bunses Buch, und er hat seine Erfahrungen dabei nacherlebt. "Es ist das Beste, was ich je geschrieben habe", ist er überzeugt. Der poetische Tonfall, die bildhafte Sprache und die Faszination eines Wanderers, der innere Freude empfindet, zeugen davon. Der Leser kann in Gedanken mitpilgern. Schöne Bilder, persönlich vom Pilger Bunse aufgenommen, durchziehen den Reisebericht. Ein "Sonnenlied"-Cover macht das Buch und sein Ansinnen anschaulich. Dazu hat Bunse einen Service-Teil erdacht - mit Tipps zu Ausrüstung, körperlicher Voraussetzung, Tagesetappen und Kosten.

Gut möglich, dass sich nach Lektüre von Bunses beseeltem Buch der eine oder andere entschließt, den Franziskusweg zu begehen. Noch tun es nur 4000 Pilger jährlich. Das dürfte vorbei sein, wenn mal Papst Franziskus zur Stätte des Heiligen Franziskus von Assisi pilgert. Der Weseler Pilgerfan hat beschlossen, nächstes Jahr den Weg zu Ende zu wandern - bevor Trubel ausbrechen könnte.

Quelle: RP
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