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Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 13)
Verbundausbildung für mehr Qualität

Serie Die Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 13): Verbundausbildung für mehr Qualität
Fridtjof Feldmann mit seinem Ausbilder Werner Nakath, Personalchef Thorsten Rogmann und Martin Jonetzko vom Unternehmerverband (v.r.) in der Emmelsumer Produktionsstätte der Clyde Bergemann GmbH FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Lehrwerkstatt-Kapazitäten kann man auch einkaufen. Davon profitieren beide Betriebe und auch die Auszubildenden. Von Fritz Schubert

KREIS WESEL Die Clyde Bergmann GmbH ist nicht irgendwer. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Wesel ist ein weltweit führender Hersteller von Systemen zur Reinigung von fossil gefeuerten Kraftwerken. Die Kesselreinigungssysteme werden in Verbrennungsanlagen aller Art eingesetzt und daher individuell nach Anforderung und Wunsch der Kunden gefertigt. 200 Mitarbeiter zählt Clyde Bergemann in Wesel. 120 an der Schillwiese und 80 in der Produktion in Emmelsum. In Sachen Personalentwicklung überlässt das Unternehmen nichts dem Zufall. Die Ausbildung richtet sich weitsichtig am Bedarf aus. Es gibt zwar mehr als genug Leute mit Ausbildungsbefugnis und hohem Fachwissen, aber es geht auch effizienter. Verbundausbildung nennt sich das, was die Lehrlinge gewinnbringend für alle Seiten durchlaufen.

Fridtjof Feldmann (22) aus Voerde ist einer von ihnen. Gerade ist der angehende Industriemechaniker ins dritte Lehrjahr gekommen, kann die Vorteile der Zusammenarbeit mit Babcock Borsig Steinmüller in Voerde bestens schildern. Da ist zum einen das zahlenmäßig bessere Betreuungsverhältnis zwischen den Lehrlingen und und ihren Ausbildern. Diese können in der mit gut einem Dutzend Schraubstöcken ausgerüsteten Lehrwerkstatt intensiver auf den Nachwuchs eingehen. Feldmann, der am Berufskolleg Wesel sein Fachabitur Automatisierungstechnik gemacht hat, stellt außerdem fest, dass er im Austausch mit den anderen Kollegen mehr kennenlernt und wichtige Tipps bekommt. Das hat auch die Hünxer Kraftwerkservice GmbH erkannt. Wie Clyde Bergemann hat sie im vergangenen Ausbildungsjahr zwei junge Leute in die Verbundausbildung beim Partner Babcock Borsig Steinmüller geschickt, der selbst mit fünf bis sechs Lehrlingen vertreten ist.

Thorsten Rogmann, Personalchef bei Clyde Bergemann, ist von der Verbundausbildung in Kleingruppen voll überzeugt. Er lobt sie als gezielte Vorbereitung in Theorie und Praxis. Etappenweise wird sie durchlaufen. Zum Beispiel zum Laufenlernen in den ersten sieben Monaten. Auf Zehntel-, teils Hundertstelmillimeter genau feilen. Die Ausbildungskapazitäten des Heimatbetriebs werden geschont, die des Partners besser ausgelastet. Rogmann ist es wichtig, dass seine Leute besser werden. Und natürlich bekommen sie auch den hauseigenen Schliff. "Fast die Hälfte in unserem Unternehmen sind selbst ausgebildete Mitarbeiter. Das macht sich in der Qualität und dem homogenen Arbeiten deutlich bemerkbar", sagt Werner Nakath, Fridtjofs Ausbilder bei Clyde Bergemann.

Die Übernahmequote ist hoch. Wen der Betrieb für eine Lehre ausgesucht hat, den will er auch behalten. Sieben von zehn bleiben. Viele kehren nach Weiterbildung wieder zurück. Das Unternehmen unterstützt sie dabei. Auch Fridtjof Feldmann weiß, was ihm offen steht: Techniker, Meister, Ingenieur - er will auf jeden Fall noch weiter. Die nach etwa der Hälfte der Lehrzeit absolvierte Abschlussprüfung I (früher Zwischenprüfung) hat er übrigens mit der Durchschnittsnote zwei geschafft.

Über eine Veranstaltung des Unternehmerverbandes war Clyde Bergemann auf die Möglichkeiten der Verbundausbildung aufmerksam geworden. Mehr als 200 Betriebe nutzen aktuell bereits die Vorteile der Verbundausbildung ausweislich der Statistik der Niederrheinischen IHK. Zudem wird die Verbundausbildung, sofern der Auszubildende mindestens sechs Monate in einem anderen Unternehmen ausgebildet wird, gefördert. Auf Antrag können Zuschüsse zu den erhöhten Kosten, die durch die Verbundausbildung entstehen, erstattet werden.

Quelle: RP
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