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Unsere Woche
Verkehrter Verkehr

Wesel. Ob die Situation an der testweise abgeschalteten Ampel im Büderich Ortskern nun wirklich gefährlich ist oder nicht, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass die Menschen im Polderdorf hochgradig irritiert sind. Allein das Gefühl, nicht sicher über die Straße zu kommen, reicht aus, um die Emotionen hochkochen zu lassen. Hinzu kommt ein weiteres Gefühl: Nämlich das, von der im Grunde ungeliebten Stadt allein und über die Zielmarke im Unklaren gelassen zu werden. Der aktuelle Ärger hätte mit flankierenden Maßnahmen wie Zebrastreifen vermieden werden können. Denn natürlich verleitet die ehemalige, nur provisorisch eingebremste Ortsdurchfahrt dazu, sie zügig zu befahren. So, wie es jeder - auch der Büdericher selbst - seit Jahrzehnten macht. Nun ist eiliges Nachbessern angesagt, wenn man die Wogen der Empörung glätten will.

Hinken die Verkehrsexperten im Fall Büderich der Sache hinterher, so sind sie anderswo weit voraus. So irritiert der frische Bundesverkehrswegeplan durch einige Mängel, die den politischen Verkündern der frohen Botschaften im Überschwang noch gar nicht aufgefallen waren. Ausgerechnet für jene Abschnitte der neuen B 58-Rheinquerung, die seit Jahrzehnten im Fokus stehen, steht in dem Werk, dass ihre "Planfeststellungsbeschlüsse ergangen" seien. Da rieben sich dann auch die Verantwortlichen der Genehmigungsbehörde Bezirksregierung Düsseldorf die Augen. Sie rechnen damit, dass das Okay für die Südumgehung erst im Herbst kommt.

Der Lapsus zeigt zweierlei: Auf das, was im Bundesverkehrswegeplan steht, braucht man weiterhin nichts zu geben. Und der Niederrhein ist das, was er für Brandenburg-Preußen schon vor Jahrhunderten war: Zonenrandgebiet.

Quelle: RP
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