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Wesel
Viel Applaus bei Benfizkonzert für Fitkids

Wesel: Viel Applaus bei Benfizkonzert für Fitkids
Stephan Dreizehnter und Tochter Naima begleiteten den die Chorgemeinschaft Aggiornamento an St. Martini. FOTO: Pottgießer
Wesel. Tolles Konzert in St. Martini mit traditionellen und modernen Liedern zugunsten von Kindern süchtiger Eltern. Von Hanne Buschmann

" ... so weit der Himmel ist" - kein besserer Leitgedanke hätte gefunden werden können für das Benefizkonzert am Sonntagabend in der St. Martini-Kirche. Der Pfarrer der St. Nikolaus-Gemeinde, Stefan Sühling, fasste in seiner Begrüßung die Bedeutung jener Worte so zusammen: Der Gott, der die weite Welt meint, spricht hier zu allen Menschen.

Der Kinderchor ConTakt an St. Nikolaus (Leitung: Claudia Bussing) und die Chorgemeinschaft Aggiornamento an St. Martini (Leitung: Barbara Hochgürtel) sangen dieses Bekenntnis. Sie wurden vertiefend begleitet von dem wechselnden instrumentalen Spiel des stets gern bereiten Trios aus Stephan Dreizehnter und seinen beiden Töchtern. Zugunsten des Kinderprojekts Fitkids - Hilfe für Kinder süchtiger Eltern - erklang das Konzert vor vielen aufmerksamen Hörern.

Zum Auftakt sangen - fast riefen - die hellen Stimmen des Kinderchores: "Ich lobe meinen Gott in dieser Stunde", so selbstbewusst in ihrer Verkünder-Rolle wie die Erwachsenen, die ihr Engagement in die folgenden Strophen legten.

Barbara Hochgürtel lenkte die gesamte im Altarraum stehende Singgemeinschaft vom Klavier aus mit leichter Hand, unauffällig dirigierte Claudia Bussing dazu die Kinder. Das Zusammenwirken und der Schwung beider Dirigentinnen, dazu die bruchlose Einheit des Ganzen waren bewundernswert. Die Hörergemeinde fühlte offenbar alles mit. Stephan Dreizehnter, der mit seiner Familie in Wesel lebende Soloflötist der Duisburger Philharmoniker, stimmte mit seiner Tochter Kadra am Klavier die "Barcarolle mèlancolique" von Lefèbvre an, ein harmonisches Gleichmaß, einem beruhigend fließenden Wasser ähnlich. Danach sprangen die frischen, klaren Kinderstimmen wieder auf; sie baten: "Gott, singe mich". Das konnte nur erhört werden, hier in der klugen, von den Chorleiterinnen ersonnenen Programmgestaltung. "Einander verstehen" sangen nun beide Chöre, hoffend, dass sich die Erde verwandeln möge. Naima Dreizehnter am Violoncello und Barbara Hochgürtel an der großen Orgel spielten eine sehr schöne "Allemanda" von Barrière.

Jacques Berthiers "Veni Sancte Spiritus", ein Gesang aus Taizé für Solisten, Chor, Gemeinde und Instrumente, leise, innig, wie mit einer Stimme gesungen und dezent begleitet, berührte tief. Danach eine Elégie (op. 30) von Ferdinand David für Klavier, von Kadra gespielt, bot Raum zum Nachdenken, bis Thomas Gabriels Fürbittlied "Wer, wenn nicht du?" von den Chören und Instrumenten wie ein Weckruf inszeniert wurde. "Atme in uns, heiliger Geist" brauste als mächtiges Orgelvorspiel auf, wob dann filigran in die Kirche hinein, alle Versammelten zum Mitsingen auffordernd.

Weitere traditionelle und moderne Lieder und Instrumentalkompositionen rundeten den gesungenen Gottesdienst ab. Mitreißend ermunterten die Kinderstimmen: "Du bist da!" Mit dem Abendlied "Bleib bei uns, Herr" endete das Konzert. Ganz groß wurde allen Mitwirkenden applaudiert. Die Sammelkörbchen an den Ausgängen waren mit Scheinen gut gefüllt.

Quelle: RP
 
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