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Wesel
Viel Applaus für Ensemble aus Leipzig im Bühnenhaus

Wesel. Die Fanfare aus Richard Strauss' Sinfonischer Dichtung "Also sprach Zarathustra" frei nach Friedrich Nietzsches Vorrede seines berühmten Buches, der ermutigenden Hymne an die Sonne und die Freiheit des Menschen, eröffnete das erste Konzert der diesjährigen Reihe im Bühnenhaus. Dargeboten Montagabend vom Ensemble "percussion posaune leipzig", künstlerisch hochkultiviert. Von Hanne Buschmann

Weiter ging's mit dem modernen "This could be the start of something big" von Steve Allen und zeitlos schönen Madrigalen von Holborne und Morley aus dem alten England. Dann stellte Joachim Gelsdorf, Bassposaunist und literarisch beschlagener, witziger Moderator, den überaus empfindsamen, hochmusikalischen Schlagzeuger Wolfram Dix vor. Der lange, schlanke, asketisch wirkende Mann, als einziger in einen schlichten schwarzen Anzug gekleidet statt in den vornehmen Frack, war schon vorher mit seinem dezenten Tambourin aufgefallen. Dieser Ausnahmemusiker und Komponist öffnete neue Perspektiven mit seinem Solo "Monade" (nach Leibniz' Lehre vom unteilbaren Teilchen) auf einer hölzernen Schlitztrommel. Bachs Prelude IX, Wohltemperiertes Klavier, 2. Buch; Henry Walthers zeitgenössische Choralfantasie "Lobet den Herren alle, die ihn ehren". Pausengespräche, einhellig: "Das Kinder- und Jugendkonzert der Leipziger heute Nachmittag in der Musikschulaula war einsame Klasse."

Hier nun fragil, aber mit der Wucht der Begeisterung weiter: Einmarsch der Musiker mit Carmens hinreißender Habanera (Bizet), gefolgt von "Mr. B. & We" von Hans-Peter Preu (modern), noch einmal Dix und sein atemlos Staunen machender "Mittsommer" (Solo für Bongos und und einer Armee von bislang ungesehenen Instrumenten, deren Töne er mit formender Hand verwehte. "Der weiße Hai im Alpensee", von Christoph Wundrak fürs Ensemble ersonnen, dem auch Stefan Wagner und Marton Palko (Tenor- und Altposaune) angehören. Gebührendes Schweigen, danach Applaus fürs große Ereignis.

Quelle: RP
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