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Sven Komp
"Viele werfen Lebensmittel zu schnell weg"

Sven Komp: "Viele werfen Lebensmittel zu schnell weg"
Sven Komp ist stolz auf seinen Edeka-Markt, der vor vier Jahren zum "Supermarkt des Jahres" gekürt wurde. FOTO: Bauch
Wesel. Das Nahversorgungszentrum Lackhausen mit dem Edeka-Markt Komp feiert in diesen Tagen zehnjähriges Bestehen. Im Gespräch mit der RP zieht Kaufmann Sven Komp, der anfangs um den Erfolg gebangt hat, eine positive Bilanz.

WESEL Das zehnjährige Bestehen des Lackhausener Nahversorgungszentrums an der Julius-Leber-Straße ist ein guter Grund, mit Edeka-Kaufmann Sven Komp über die aktuelle Situation seines mehrfach ausgezeichneten Marktes, die Entwicklung Lackhausens und seine Strategie zu sprechen, möglichst wenig Abfall zu produzieren.

Haben Sie von Anfang an damit gerechnet, dass Ihr Markt über die Grenzen von Wesel hinaus Bekanntheit erlangt und einmal als "Supermarkt des Jahres" ausgezeichnet werden könnte?

Sven Komp Ehrlich gesagt, hatten mein Vater und ich Bauchschmerzen. Die Edeka ist damals auf uns zugekommen, um uns den Standort anzubieten. Lackhausen hatte damals nicht viel mehr als Tausend Einwohner. Wir wussten nicht, ob die Feldmarker, die wir unbedingt gebraucht haben, den Weg über die Emmericher Straße finden würden oder abwandern. Aber das alles ist ja Geschichte. Schnell hat sich nämlich herausgestellt, dass alles super geklappt hat. Unser Angebot - damit meine ich unter anderem die Fisch-, die Fleisch- oder die Käseabteilung - hat nicht nur die Weseler schnell überzeugt, sondern auch Kunden aus Hamminkeln und Bocholt.

Auch die Auswahl in Ihrem vergleichsweise neuen Getränkemarkt unterscheidet sich von der Konkurrenz. Vor allem was besondere, handwerklich gebraute Biere betrifft. Stichworte: Craft Beer oder Indian Pale Ale.

Komp Ich bin viel in Deutschland unterwegs und schaue mir die besten Abteilungen an, die ich finden kann. Bei einem Rewe-Kollegen in Dortmund bin ich auf eine Craft-Beer-Abteilung gestoßen und habe mir die Adressen seiner Lieferanten geben lassen. Natürlich schmeißen wir auch Biere weg, die vom Kunden nicht angenommen werden. Aber ich gehöre nicht zu denen, die nach vier Wochen schon die Flinte ins Korn werfen. Diese hochwertigen Biere wollen wir dauerhaft bekannt machen, indem wir sie beispielsweise mit speziellen Seminaren flankieren.

Sie haben gerade das Stichwort Wegwerfen genannt. Immer wieder schockieren Meldungen, wonach ein Drittel aller produzierten Lebensmittel vernichtet werden. Wie sieht das bei Ihnen aus? Was passiert mit Ware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist?

Komp Der Handel wird allgemein als Buhmann dargestellt. Dabei wird jedenfalls bei uns nur ganz wenig weggeworfen - nur etwa ein Prozent. Ich habe nämlich alle Waren bezahlt und demnach kein Interesse, etwas zu entsorgen. Wenn ich zwei oder mehr Prozent wegwerfen müsste, hätte das eine ganz gewaltige Auswirkung auf mein Betriebsergebnis. Deshalb wird bei uns Ware, die nicht so läuft, frühzeitig reduziert, so dass man sie wenigstens zum Einkaufspreis anbieten können. Obst und Gemüse geben wir an die Tafel oder an Landwirte, die die Sachen als Viehfutter verwenden. Da kommt nichts in die Mülltonne.

Also sind die Verbraucher das Problem, bei denen zu schnell etwas im Abfall landet?

Komp Leider wird viel weggeworfen, obwohl die Ware noch einwandfrei ist. Wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, heißt das nicht, dass die Ware schlecht ist. Joghurt schmeckt auch eine Woche später noch wunderbar - einfach mal an der Ware riechen. Bedauerlich ist allerdings wirklich, dass Gemüse, das nicht der Klasse 1 entspricht, weltweit schon auf dem Feld vernichtet oder untergepflügt wird.

Nochmals zurück zum Jubiläum. Seit das Nahversorgungszentrum existiert, geht's mit dem Ortsteil bergauf. Und bald sollen noch die Baugebiete Am Schwan und das Hessenviertel erschlossen werden.

Komp (lacht) Auf die zusätzlichen Einwohner freuen wir uns natürlich. Lackhausen boomt aufgrund der guten Versorgung. Ich denke, alle hier - die Apotheke, die Dienstleister und die Ärzte - sind sehr zufrieden mit der Entwicklung. Übrigens gibt es Freitag ab 15 Uhr für alle Kunden Geburtstagskuchen gratis.

RP-REDAKTEUR KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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