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Wesel
Viele Weseler helfen den Flüchtlingen

Wesel: Viele Weseler helfen den Flüchtlingen
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Etwa die Hälfte der 125 angekündigten Menschen ist angekommen. Die Bürgermeisterin dankt den vielen Helfern. Von Saskia Nothofer

65 Flüchtlinge, darunter elf Kinder, sind am späten Mittwochabend in die Anfang der Woche in Rekordzeit geschaffene Notunterkunft am Lippeglacis eingezogen. Die Menschen wurden registriert, ärztlich untersucht und erhielten eine warme Mahlzeit. "Die Ankunft ist reibungslos und ganz gelassen verlaufen", sagt Klaus Schütz, Sozialdezernent der Stadt Wesel. Die meisten seien mit nichts außer dem, was sie am Körper tragen, angekommen. Eine Plastiktüte könne schon als "gute Ausstattung" bezeichnet werden. Einen Koffer habe so gut wie niemand. Körperlich seien die Ankömmlinge in recht guter Verfassung, Krankheitsfälle gebe es keine, eine schwangere Frau sei unter den Flüchtlingen.

Viele freiwillige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Malteser sowie fünf Ärzte des Kreisgesundheitsamtes kümmern sich um die Flüchtlinge aus Ländern wie Syrien, dem Irak, Serbien, Albanien, Eritrea und Afghanistan. Zudem sind zahlreiche ehrenamtliche Dolmetscher für Sprachen wie Russisch, Arabisch oder Serbokroatisch vor Ort, die die Verständigung zwischen den Helfern und Flüchtlingen überhaupt erst möglich machen. "Dank der Dolmetscher konnten wir mit fast allen Menschen in Kontakt treten", sagt Schütz. "Das hat unsere Arbeit erheblich erleichtert."

FOTO: Malz

Da sich auch viele Muslime unter den Flüchtlingen befinden, wird das von der Caritas oder dem DRK gestellte Essen ohne Schweinefleisch zubereitet. Damit kein Chaos entsteht, wird das Essen zeitversetzt ausgegeben. Es kommt Bewegung in die Unterkunft, in der es ansonsten eher still zugeht. "Die Menschen wollen zur Ruhe kommen", sagt Schütz. Für die Kinder gebe es bereits Plüschtiere und anderes Spielzeug.

Das DRK hat derweil eine spezielle Sammelstelle eingerichtet, die vor allem Kleiderspenden entgegennimmt. "So viel haben wir noch nie bekommen", sagt Sylvia Weiß, stellvertretende Pflegedienstleiterin des DRK. Fast alle Spenden seien in gutem Zustand und gewaschen, sodass sie direkt an die Flüchtlinge verteilt werden könnten. Und die Kleidung wird dringend gebraucht: "Teilweise sind ihre Schuhe vollständig durchgelaufen", sagt Sven Rosenkranz, Assistent der Geschäftsführung des DRK. Einer der Spender ist Christopher Abel aus Schermbeck. Er ist mit zehn vollen Kleidersäcken zum DRK gekommen. "In der Facebook-Gruppe 'Vesalia hospitalis' habe ich von dem Spendenaufruf gehört", sagt der 25-Jährige. "Da habe ich sofort gedacht: Da mache ich mit." Auch Andreas Otte hat sich dazu entschlossen, die Kinderkleidung seines Nachwuchses lieber zu spenden, als zu verkaufen. "So tut man noch etwas Gutes", so Otte.

Übersicht: So viele Flüchtlinge mussten Städte aufnehmen

Am späten Donnerstagabend sollten weitere 60 Flüchtlinge in den Landers-Hallen ankommen - unter ihnen 15 Kinder, das jüngste gerade einmal dreieinhalb Monate alt. "Ich hoffe, dass die Ankunft genauso unkompliziert abläuft wie am Mittwoch", sagt Schütz.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp bedankte sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und für die Spenden der Bürger. "Über die Kuscheltiere", so Westkamp, "haben sich die ankommenden Kinder sehr gefreut."

Fotos: So werden die 150 neuen Flüchtlinge untergebracht FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen
Quelle: RP
 
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