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Schermbeck
Vier Jahrzehnte im Rathaus tätig

Schermbeck: Vier Jahrzehnte im Rathaus tätig
Personalchef Dirk Kuhmann, Personalratsvorsitzender Alexander Thomann, Bürgermeister Mike Rexforth, sein Stellvertreter Herbert Tekaat und Kämmerer Frank Hindricksen (v.l.) gratulierten Roswitha Cornelius. FOTO: Scheffler
Schermbeck. "Das ist eine ausgesprochene Seltenheit", stellte Bürgermeister Mike Rexforth gestern fest, als er Roswitha Cornelis gratulierte. Die Verwaltungsmitarbeiterin wurde für 40-jährige Tätigkeit im Schermbecker Rathaus geehrt. Von Helmut Scheffler

Eine schriftliche Notiz als Merkhilfe für ihre vielfältigen Tätigkeiten im Rathaus brauchte Roswitha Cornelis nicht. Ihre Tochter Sarah hatte eine Torte in Form von Ringordnern unter einem Schreibtisch gestaltet. Auf den Kuchenstück-Ordnern standen die jeweiligen Ämter, in denen sie tätig war.

Als Roswitha Hoffterheide 1977 ihre dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsangestellten begann, gab es das jetzige Rathaus noch nicht. Im ehemaligen Rathaus (heute Soziokulturelles Zentrum) wies ihr der damalige Ausbildungsleiter Wolfgang Hüsken einen Holzstuhl an einem schlichten Schreibtisch zu, auf dem noch eine mechanische Schreibmaschine stand. Wesentlich komfortabler saß sie an jenen Tagen, wenn sie im Mercedes ihres Vaters zur Berufsschule in der Weseler Feldmark fuhr.

Bis 1985 arbeitete Roswitha Cornelis im Hauptamt. Nach einem sechsmonatigen Mutterschaftsurlaub begann sie im Oktober 1985 im Sozialamt. Drei Jahre später wechselte sie zum Einwohnermeldeamt, dem sie auch beim Umzug ins neue Rathaus im Jahre 1993 angehörte. Seit 1998 ist Roswitha Cornelis Mitarbeiterin im Steueramt.

"Fast jeder Schermbecker ist durch ihre Hand gegangen", sagte Bürgermeister Rexforth über die Jubilarin, mit der er mehr als ein Jahrzehnt lang in der Finanzabteilung zusammengearbeitet hat. Zu den Arbeiten in den jeweiligen Verwaltungssparten gehörte ihre Tätigkeit als Standesbeamtin. 563 Paare haben unter ihrer Leitung das Ja-Wort für den gemeinsamen Lebensbund gegeben.

"Ich möchte mich bei dir bedanken, auch im Namen meiner beiden Vorgänger Wilhelm Cappell und Ernst-Christoph Grüter, die dich auch immer geschätzt haben", fasste Rexforth seine Laudatio zusammen, die voll des Lobes war. Er würdigte Roswitha Cornelis als eine Mitarbeiterin, bei der die Bürger stets im Fokus gestanden hätten und die sehr viel Fingerspitzengefühl bewiesen habe. Durch ihr "gutes Händchen" und durch die verständnisvolle Handlungsweise habe sie maßgeblich dazu beigetragen, der Gemeinde potenzielle Klageverfahren zu vermeiden.

Rexforths Lob für "die engagierte Kollegin", die "oftmals am Wochenende oder abends nach Dienstschluss arbeitete, wenn Dinge zum Abschluss gebracht werden mussten", teilte auch Kämmerer Frank Hindricksen mit dem Hinweis, dass sich Roswitha Cornelis intensiv um Praktikanten und Auszubildende gekümmert habe. "Wir sind froh, dass wir dich haben", versicherte der Personalratsvorsitzende Alexander Thomann, der mit der Jubilarin knapp zehn Jahre lang zusammengearbeitet hat. Von Beginn an sei sie sehr aufgeschlossen gewesen.

"Ich habe nie daran gedacht, woanders zu arbeiten", sagte Cornelis in der Rückschau. Sie sei in Schermbeck geboren, dort aufgewachsen, wohne nicht weit vom Rathaus entfernt und habe sich stets in der Verwaltung wohlgefühlt. Das alles habe es leicht gemacht, auch ab und zu Knatsch im Büro oder Stress mit Kollegen auszuhalten.

Dem großen Mitarbeiterteam des Rathauses, das derzeit 78 Stellen besetzt, möchte die 58-jährige Roswitha Cornelis auch weiterhin angehören. Und beim Eintritt in den Ruhestand nimmt sie wie kaum ein anderer Mitarbeiter ein gewaltiges Insiderwissen mit, zumal sie den Wechsel von der Doppelspitze im Rathaus zum hauptamtlichen Bürgermeister miterlebte und dabei die Gemeindedirektoren Walter Rösen und Heinz-Willy Verrieth ebenso kennengelernt hat wie die ehrenamtlichen Bürgermeister Ernst Grüter, Bernhard Krass und Bernhard Redeker und anschließend die hauptamtlichen Bürgermeister Wilhelm Cappell, Ernst-Christoph Grüter und Mike Rexforth.

Quelle: RP
 
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