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Rp-Serie Dis Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 7)
Visitenkarte: Freiwilliges Soziales Jahr

Rp-Serie Dis Ausbildungsinitiative Kreis Wesel - Präsentiert Von Altana (folge 7): Visitenkarte: Freiwilliges Soziales Jahr
Stephan Mäteling wird bei der Byk Chemie in Wesel zum Industriekaufmann ausgebildet. Bei der Bewerbung kam ihm ein Freiwilliges Soziales Jahr zugute, das er im Evangelischen Krankenhaus Wesel absolviert hat. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Auch eine Überbrückung nach der Schule kann sich bei der Bewerbung vorteilhaft auswirken. Beispiel: Stephan Mäteling Von Fritz Schubert

Kreis Wesel Kein Abschluss ohne Anschluss: Das mag ja ein hehres Ziel für Bildungspolitiker sein, doch es geht eben nicht immer nahtlos von der Schulbank ins Studium oder eine Ausbildung. Mancher junge Mensch braucht noch einen Moment länger zur Orientierung. Oder es haben sich Widrigkeiten ergeben. Verzweifeln muss aber niemand. Auch eine Überbrückung kann sich bei der Bewerbung vorteilhaft auswirken. Stephan Mäteling (21) aus Wesel ist ein Beispiel dafür, wie ein sinnvoll genutztes Jahr für Pluspunkte sorgen kann. Ihm attestierten die Personalentscheider eine absolut positive Entwicklung auf Gebieten, die vordergründig erstmal nichts mit seinem Lehrberuf zu tun haben.

Stephan Mäteling wusste schon lange, dass die Weseler Byk Chemie für ihn die erste Adresse ist. Zu Schulzeiten hatte er das Unternehmen im Rahmen eines erfolgreichen deutsch-niederländischen Projektes von innen kennengelernt. Trotzdem war er, als er im Frühjahr 2013 aufs Abitur am Andreas-Vesalius-Gymnasium zusteuerte, noch in der Entscheidungsfindung und auf einmal zu spät dran: Bewerbungsfrist abgelaufen, nächster Anlauf erst in einem Jahr. Also ging Mäteling ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an. Im Evangelischen Krankenhaus Wesel arbeitete er in der Schleuse vor dem OP. Also an jener Stelle, wo die Patienten vor der Anästhesie vom Bett auf den OP-Tisch gelegt werden.

Ein höchst sensibler Bereich ist das, wie Mäteling zu berichten weiß: "Manche sind entspannt, andere aufgeregt oder voller Ängste. Man lernt sehr viel über den Umgang mit Menschen. Ob man ihnen Mut zusprechen muss, sie ablenken oder Witze machen sollte." In der ersten Zeit hat sich Mäteling zurückgehalten, Kollegen beobachtet, wie sie es machen. Dann hat er sich was zugetraut. Außerdem lernte er die Arbeitswelt mit einem geregelten Acht-Stunden-Tag und den Umgang mit selbst verdientem Geld kennen. "Es ist in der Phase auch gut, zu erfahren, ob Arbeit oder ein Studium dann das Richtige ist", sagt Mäteling. "Es war absolut kein verlorenes Jahr. Außerdem ist ein FSJ im Lebenslauf immer besser als eine Lücke." Das hat er auch Noch-Schülern vermitteln können und dabei festgestellt, wie wenig sie über die Möglichkeiten als FSJ-Kräfte wissen, auf die viele soziale Einrichtungen nach dem Wegfall der Zivildienstleistenden auch angewiesen seien.

Christine Thannheiser-Rumpf, Leiterin Personalentwicklung, Aus- und Weiterbildung bei der Byk Chemie, fand es im Bewerbungsgespräch "erstaunlich, wie reflektiert" Mäteling sein FSJ betrachtete. Es habe ihn persönlich und menschlich sehr viel weitergebracht, er habe Verantwortung übernommen und ein gesundes Selbstvertrauen entwickelt, berichtet sie im RP-Gespräch.

Kurz: Der Übergang vom FSJ zur Ausbildung bei Byk war reibungslos. Jetzt hat Stephan Mäteling das erste Lehrjahr zum Industriekaufmann hinter sich und damit Halbzeit. "Ich bin immer noch top motiviert", sagt der Weseler, der sich selbst als Lokalpatriot bezeichnet. Der Jungschütze liebt seine Heimatstadt und die umgebene Natur. Aber er weiß auch, dass nach der Ausbildung nicht Schluss ist, das Lernen weitergeht und er im Fall einer Übernahme durch Byk auch mit Auslandseinsätzen rechnen muss - oder besser gesagt, rechnen darf. "Flexibilität muss heute sein", sagt Mäteling. Auf dem Weg in die Ausbildung hat er sie jedenfalls schon mal bewiesen.

Quelle: RP
 
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