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Wesel
Vogelschutz: Bei Nebel soll Licht der Rheinbrücke erlöschen

Wesel: Vogelschutz: Bei Nebel soll Licht der Rheinbrücke erlöschen
Die illuminierte Weseler Rheinbrücke FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Die Stadt Wesel muss bis zu 5000 Euro in Spezialtechnik investieren. Bonner Biologe hatte auf Probleme aufmerksam gemacht. Von Klaus Nikolei

Die Weseler Rheinbrücke ist auch nachts schon von weitem als imposante Landmarke zu erkennen. Doch künftig werden die Lampen, mit denen das Bauwerk nach Einbruch der Dämmerung angestrahlt wird, erlöschen, sobald Nebel aufsteigt oder ein Unwetter aufzieht. Denn der Bonner Biologe Heiko Haupt hat einen entsprechende Antrag bei der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Wesel eingereicht, die anschließend an die Stadt Wesel herangetreten ist. Die muss nun an der Brücke Spezialsensoren anbringen lassen, damit bei bestimmten Wetterlagen die Strahler automatisch ausgehen. Kostenpunkt: 3000 bis 5000 Euro. Über diese Neuerung hat die Verwaltung jetzt die Politik im Ausschuss für Stadtentwicklung informiert. "Die Vögel verlieren, so habe ich das verstanden, offensichtlich durch den Lichtschein bei Nebel oder Regen die Orientierung und verfliegen sich", sagte Stadtplaner Gottfried Brandenburg. "Der Artenschutz setzt strenge Rahmenbedingungen."

Wie aber kommt ein Bonner Biologe dazu, sich mit Wesel zu beschäftigen? Die RP fragte nach bei Heiko Haupt, der sich ursprünglich nur den Fernsehmast auf der linken Rheinseite anschauen wollte. "Der birgt wegen der Flugsicherheitsbeleuchtung ein Risiko für in der Nacht ziehende Zugvögel." Bei der Fahrt Richtung Büderich habe er die relativ starken Strahler der Brücke, die auch den Himmel beleuchten, bemerkt. "In Fachkreisen gibt es schon lange die Erkenntnis, dass solche Lichtquellen Zugvögel anlocken", so Haupt. Das große Problem sei, dass Vögel, die durch solche Strahlen fliegen, anschließend orientierungslos seien, umkehren wollten oder im Kreis fliegen würden. "Viele prallen dann nach einigen Kilometern gegen Häuser oder Bäume", erklärt der Tierschützer. Aus seiner Sicht müssten "Skybeamer" vor Diskotheken und ähnliche Lichtanlagen während der gesamten Zugzeit (März bis Mitte Mai sowie von August bis Mitte November) verboten werden. So, wie das in Baden-Württemberg bereits seit Jahren der Fall sei.

Die Weseler Entscheidung "geht zwar in die richtige Richtung", sagt Haupt, "aber noch weniger Licht wäre natürlich schöner." Der 49-Jährige hat in den letzten Jahren für Schlagzeilen gesorgt, weil er die Auswirkungen des beleuchteten Bonner Post-Towers auf die Vogelwelt untersucht hatte, was zu Veränderungen führte.

Quelle: RP
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