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Eselrock-Festival Wesel
Voller Körpereinsatz für die Fans

Eselrock-Festival Wesel: Voller Körpereinsatz für die Fans
Beim Auftritt der Band Blackout Problems kletterte Sänger Mario Radetzky auf das Dach des Zeltes über dem Mischpult. FOTO: Jana Bauch
Wesel. Richtig rund ging es bei bestem Wetter beim Eselrock-Festival. Die Musiker hielt es oft nicht auf der Bühne. Von Julia Latzel

"Ich bin so entspannt wie in zehn Jahren nicht", erzählte Simon Bleckmann, Vorsitzender des Eselrock-Teams am Samstag, bevor er kurz darauf wieder auf die Bühne sprang, um die nächste Band anzumoderieren. Die 125 ehrenamtlichen Helfer hatten wieder ganze Arbeit geleistet und zum Zehnjährigen des Festivals ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Das wurde von den Weselern super angenommen, und so tummelten sich bereits am frühen Abend knapp 3000 Zuschauer auf dem Gelände im Heubergpark.

Diesmal hatte die Hauptbühne bereits am Freitag geöffnet. Am Samstag erwartete die Besucher ein Programm mit 20 Bands. Und nicht nur das Publikum hatte großen Spaß an der Veranstaltung, sondern auch die Bands selbst. So waren Sätze wie die der Band "Blackout Problems" keine Seltenheit: "Wesel, wir lieben euch über alles. Wir wollen wiederkommen, und werden schon einen Grund finden, euch zum Schwitzen zu bringen."

Eselrock-Festival 2017 in Wesel

Auf der Seebühne erwartete das Publikum tagsüber eine Reihe an regionalen Bands, darunter die Weseler Combo "Meine Zeit", die bereits ein "Wiederholungstäter" ist und sich mittlerweile auf der Bühne bestens auskennt. Abends gaben die "Killerpilze" auf der idyllischen Seebühne den Headliner. Bereits 15 Jahre existiert die Band inzwischen, und so fühlten sich viele - vor allem weibliche - Besucher bei Songs wie "Ich kann auch ohne dich" in eine frühere Zeit versetzt und konnten den Text auswendig mitsingen.

Die Bandmitglieder zeigten vollen Körpereinsatz, vor allem Sänger und Gitarrist Maximilian Schlichter, der den Auftritt direkt als kleines Workout nutzte und eine Laterne hochkletterte, um den Rest des Songs von oben zu performen. Aber auch vom Publikum verlangte die dreiköpfige Band vollen Einsatz: Es wurde vom ersten Lied an zum Mittanzen animiert. Den grandiosen Abschluss bildete dann auf der Hauptbühne die Band "Jupiter Jones", die neben rockigen Songs auch ruhigere Lieder mit im Gepäck hatten - natürlich auch ihren Hit "Still".

Zum Konzept erläuterte Simon Bleckmann: "In diesem Jahr haben wir mehr Fördergelder bekommen und uns entschieden, das Geld zum Jubiläum ins Programms zu stecken. Wir freuen uns immer über Sponsoren, haben aber inzwischen auch das Glück, dass wir uns einen Namen gemacht haben. So kommen uns viele Künstler bei der Gage entgegen, weil sie merken, dass wir hier mit Herzblut bei der Sache sind und es uns nicht darum geht, großen Gewinn zu machen." Zudem ist es dem Eselrock-Team auch immer wichtig, kleinere regionale Bands zu fördern. Dürfte sich der Vorsitzende eine Band für "sein" Festival wünschen, wären die "Toten Hosen" seine erste Wahl: "Das ist allerdings utopisch. Realistisch wären da beispielsweise die Donots, mit denen wir schon öfter im Gespräch standen."

Eselrock 2017: Bands und Besucher feiern FOTO: Jana Bauch

Dass alles so reibungslos über die Bühne ging, dafür waren die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer verantwortlich, die alle Hände voll zu tun hatten. So auch Andreas Hebing, der den Auf- und Abbau koordinierte. Für den 2. Vorsitzenden war es vorerst das letzte Mal als Helfer bei der Veranstaltung, weil er mit seinem Hausbau voll beschäftigt ist. Er hatte vor ein paar Jahren als Helfer begonnen. "Wir haben damals direkt gemerkt, dass das passt und so hat er schnell viel Verantwortung übernommen", so Bleckmann.

Quelle: RP
 
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