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Wesel
Vom Brustkrebsforum zum Mamma-Café

Wesel: Vom Brustkrebsforum zum Mamma-Café
In einem Abstand von rund sechs Wochen treffen sich die Teilnehmer zum Kaffeeklatsch, aber auch zum Austausch von Kleidung. FOTO: Lisa Quick
Wesel. Vor einem Jahrzehnt lud Dr. Daniela Rezek erstmals zum Brustkrebsforum ein. Aus den zwanglosen Treffen ist eine feste Institution geworden.

Zehn Jahre ist es her, als sich erstmals Patientinnen, ihre Angehörigen, Freunde und andere Interessierte zum ersten Brustkrebsforum getroffen haben. Dr. Daniela Rezek, Chefärztin der Klinik für Senologie, hatte die Veranstaltung ins Leben gerufen, damit sich Frauen und Männer über medizinische Aspekte der Erkrankung austauschen können. Das Interesse daran ist ungebrochen. Das heutige Mamma-Café des Brustzentrums Wesel findet auch nach zehn Jahren noch statt.

Heute beginnt das Programm 2016 zunächst mit einem Kaffeeklatsch zum Thema "Aktion Brustgesundheit" mit Dr. Rezek im Haus der Gesundheit an der Pastor-Janßen-Straße. Es gilt, eigene Ressourcen zu aktivieren und die Lebensqualität zu verbessern. "Alle sechs bis acht Wochen gibt es das Forum, das inzwischen Mamma-Café heißt", erläutert Rezek. Immer steht ein Thema im Mittelpunkt. So soll demnächst die Stärkung der Selbstheilungskräfte in den Mittelpunkt rücken, Bio-Meditation und Entspannung helfen dabei, die Krankheit zu bewältigen. Achtsamkeitstraining und Qigong, auch Stuhl-Yoga - all das ist immer wieder einmal Thema im Mamma-Café.

Neu in diesem Jahr ist der Schnupperkursus "Entlastung für das Lymphsystem" am 23. Juni. Für Brustkrebspatientinnen war das Thema früher noch wichtiger. "Die Operationsmethoden waren vor Jahren radikaler als heute", meint Rezek, "die Patientinnen litten oft unter einem dicken Arm". Solche Symptome sind heutzutage seltener. "Früher hieß es, man dürfe den Arm nicht bewegen", sagt Lisa Quick, Breast Care Nurse. Inzwischen ist die Forschung weiter, "inzwischen ist alles erlaubt, Training kann sogar wohltuend sein".

Eine bewährte Mischung aus Gewohntem und Neuem soll die Teilnehmerinnen, es sind aber auch immer Männer dabei, unverbindlich zusammenbringen. "Ein Ehepaar kommt bereits seit 2007", erzählt Krankenschwester Quick. Willkommen sind auch Patientinnen, die in anderen Häusern behandelt werden oder es in der Vergangenheit schon wurden.

Es sei wissenschaftlich erwiesen, dass bei Frauen, die sich mit ihrer Krankheit auseinandersetzen, ihre Ernährung ändern und etwas für sich tun, seltener der Krebs wieder ausbricht als bei Patientinnen, die die Krankheit verdrängen, meint Rezek. Das Mamma-Café ist ein Baustein auf dem Weg der Besserung dazu.

(sz)
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