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Schermbeck
Von der Außenwelt abgeschnitten

Schermbeck. In Altschermbeck sind etwa 200 Familien von einer Netzstörung betroffen. Zum Teil fiel das Telefon aus, das Internet funktionierte nicht mehr, Faxe konnten nicht mehr versendet werden. Die Telekom reagierte lange gar nicht. Von Helmut Scheffler

Heinrich Halfmann ist eigentlich ein geduldiger Mensch, aber gestern machte der Schermbecker seinem Ärger mit der Deutschen Telekom mächtig Luft, nachdem er bei dem Unternehmen zigmal buchstäblich vor die Wand gelaufen war.

Am vorletzten Samstag fiel in Heinrich Halfmanns Wohnung an der Mittelstraße nicht nur das Telefon aus, sondern auch das Internet. Selbst ein Fax konnte nicht mehr versendet werden. "Ich habe erst alle üblichen Resets versucht", berichtet Halfmann von seinen ersten Bemühungen, die Störung selbst beheben zu können. Vergeblich. Am frühen Montagmorgen rief er per Handy die Telekom an, landete zunächst in der Warteschleife und dann bald in der Störungsstelle. Halbwegs zufrieden beendete Halfmann das Gespräch, weil ihm der Besuch eines Technikers versprochen worden war. Der sollte am Dienstag zwischen 10 und 14 Uhr kommen, aber er erschien unentschuldigt nicht.

Am Mittwoch sah Halfmann auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen Mitarbeiter der Telekom an einem Schaltkasten arbeiten. In der Annahme, dass der Arbeiter wegen seines Anschlussproblems gekommen sei, ging Halfmann hin und erfuhr, dass es sich um eine Massenstörung im Altschermbecker Bereich handeln sollte. Etwa 200 Anschlüsse seien betroffen.

Am Donnerstag rief Halfmann mehrere Male bei der Störungsstelle an. Nach einwöchiger Störung seines Anschlusses erfuhr er am Samstag während eines Gespräches mit einer Telekom-Mitarbeitern, die Gemeinde habe der Telekom verboten, die Straße für Reparaturarbeiten zu sperren. Halfmann rief am selben Tag Bürgermeister Mike Rexforth an und erfuhr das, was uns gestern der Bürgermeister bestätigte: "Die Telekom hat sich hier im Rathaus nicht gemeldet. Die Gemeinde Schermbeck hat auch kein Verbot ausgesprochen." Außerdem sei die obere Mittelstraße eine Landesstraße und deshalb die Gemeinde gar nicht der Ansprechpartner für die Telekom.

Im Gespräch mit dem Bürgermeister wurde deutlich, dass die Kommunikation des Unternehmens Telekom mit der Gemeinde in derselben Störungssache nicht glücklich verlaufen ist. Nachdem die Gemeinde in der vergangenen Woche erfahren hatte, dass zahlreiche Haushalte von der Störung betroffen waren, darunter auch Unternehmer, die für den täglichen Arbeitsablauf dringend Internet und Telefon benötigen, hat der gemeindliche Tiefbauamts-Mitarbeiter Michael Leisten die Tücken der Warteschleife der Telekom selbst kennengelernt. Die Gemeinde hat in einem der Gespräche deutlich signalisiert, dass sie jederzeit bereit sei, eine Aufbruchgenehmigung für gemeindliche Flächen zu erteilen. Die Telekom hat nach Mitteilung des Bürgermeisters zugesagt, sich bis Freitag bei der Gemeinde zu melden. Das sei aber unentschuldigt nicht erfolgt.

Nachdem Heinrich Halfmann die Rheinische Post gestern informiert hatte, baten wir vor 11 Uhr morgens die Telekom schriftlich um eine Stellungnahme. Bis Redaktionsschluss wurde unsere Anfrage nicht beantwortet. Im Verlauf des Tages erfuhren wir allerdings vom Bürgermeister, dass sich die Telekom gestern im Rathaus gemeldet habe. Ein Mitarbeiter soll mitgeteilt haben, dass der Störungsbereich Altschermbeck nun mit der Priorität eins versehen worden sei. Mitarbeiter wollten schnellstmöglich vor Ort erscheinen. "Das wird auch höchste Zeit", kommentierte Halfmann diese Neuigkeit.

Quelle: RP
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