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Wesel
Vorbestrafter Betrüger muss für drei Jahre in Haft

Wesel. Siebenmal hatte er bereits zuvor vor Gericht gestanden, davon allein fünfmal wegen Betruges. Doch bisher kam der 36-Jähriger aus Wesel noch stets mit Geld- oder Bewährungsstrafen davon. Gestern jedoch wurde der gelernte Elektriker wegen Betruges in 25 Fällen nun vom Schöffengericht zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Laut Anklage hatte er als Verantwortlicher einer Firma für Sicherheitstechnik ein Kreditinstitut um 320. 000 Euro betrogen.

Die Verteidigung bezweifelte zwar die Höhe der Summe. Das Gericht sah es am Ende aber als erwiesen an, dass der Täter einen Schaden von mehr als 250.000 Euro verursacht hat.

Schon bei der Eröffnung seiner Firma vor rund fünf Jahren wurde der 36-Jährige kriminell: Weil er wegen seiner Verurteilungen wegen Betruges keine Unternehmen gründen konnte, setzte er zum Schein seine eigene Frau als Geschäftsführerin ein.

Auch eine spätere Bürgschaft und einen Factoring-Vertrag habe sie "naiv unterschrieben, ohne zu lesen", sagte die Ehefrau im Zeugenstand aus. Für sie seien all die Geschäftsabläufe Böhmische Dörfer gewesen. Sämtliche Mitarbeiter der Firma aus Wesel bestätigten, dass der Angeklagte der Chef gewesen sei und dass seine Frau quasi nichts mit dem Unternehmen zu tun hatte.

2012 schloss die Sicherheitsfirma einen Factoring-Vertrag mit einer Bank ab. Dadurch konnte das Unternehmen Rechnungen quasi an das Geldinstitut "verkaufen" und hatte mit dem Eintreiben des Geldes nicht mehr zu tun. Die erhielt dafür natürlich ein Entgelt. Vorteil für das Unternehmen war, dass es recht schnell an Geld kam.

Und dies nutzte der Angeklagte aus: Er "verkaufte" der Factoring-Bank nach Ansicht des Gerichts 25 Rechnungen, die nicht korrekt waren. Teilweise stellte er dabei sogar Leistungen in Rechnung, die gar nicht erbracht wurden - in den meisten Fällen solche im vierstelligen Euro-Bereich, in elf Fällen betrugen die Rechnungssummen sogar über 10 000 Euro.

Der Angeklagte versuchte - über seinen Verteidiger - die Verantwortung auf seinen Steuerberater abzuwälzen, der später auch Gesellschafter der Firma wurde. Doch dies misslang gründlich.

(jok)
 
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