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Unsere Woche
Voreiliges (II) und Verspätetes

Wesel. Pingpong zwischen CDU und SPD um die Besetzung von Themen. Vernichtend schlechte Noten für den Bahnverkehr im Qualitätsbericht.

Das Heischen um Aufmerksamkeit nimmt weiter zu: Hatte sich zuletzt die Weseler CDU darüber aufgeregt, dass die SPD in Büderich voreilig in Sachen Glasfaser zu einem Infoabend einlud, so ging das Pingpong in dieser Woche weiter. Die CDU forderte einen Tag vor der SPD eine Resolution mit dem Ziel ein, den Erhalt des Hülskens-Kieswerks Pettenkaul zu sichern. Offenbar sind auch zum Kies vorab Gespräche zwischen den beiden Ratsfraktionen gelaufen. Doch irgendwie will der eine den anderen nicht so richtig mitspielen lassen. Natürlich wollen alle, dass ganz Wesel mit schnellen Internet-Verbindungen versorgt wird. Auch kann sich die Firma Hülskens einer sehr breiten politischen Unterstützung sicher sein. Dennoch recken alle die Hälse, um besser gesehen zu werden. Das geht in den entsprechenden Mitteilungen und bei den Ortsterminen einher mit noch einem Wahlkämpfer-Ritual: Anspruch darauf zu erheben, schon vor soundsoviel Jahren dafür (oder dagegen) gewesen zu sein. Urheberschaft auf Anträge zu publikumswirksamen Themen wird ungeheuer gern beansprucht. Und das beschränkt sich nicht allein auf die beiden großen Fraktionen. Dieses Geschäft beherrschen alle, die um die Gunst der Wähler buhlen. Zur Einordnung und Gewichtung ist es vollkommen richtig, Vorgeschichte zu berücksichtigen. Wenn es aber wie in der Schule ein hektisches Aufzeigen mit Fingerschnipsen wird, dann ist es manchmal nervig. Vor allem dann, wenn der nächste Urnengang noch in weiter Ferne liegt.

Hochgradig ärgerlich, aber wenig verwunderlich ist die Benotung der Züge RB 35 und RE 5 im Qualitätsbericht des VRR. Platz 47 und 48 von 48. Schlechter geht's nicht. Pünktlichkeit, Sauberkeit und Infos für Fahrgäste im Störungsfall wurden bemängelt. Das passt zum Fiasko um die Dauerbaustelle auf den Bahnsteigen in Wesel. Leider. Die Bahn könnte ein tolles Verkehrsmittel sein, wenn denn eins ins andere greifen würde. Städtischerseits ist rund um den Bahnhof bekanntlich alles Mögliche schon deutlich verbessert worden. Immerhin gibt es die Aussicht, dass sich mit dem Einstieg des Privatanbieters Abellio auf der Strecke was zum Guten wendet. Wenn dann mal nicht Betuwe-Baustellen stören ...

Quelle: RP
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