| 00.00 Uhr

Wesel
Warum die Weseler Stahltanne gut ist

Wesel: Warum die Weseler Stahltanne gut ist
Citymanager Thomas Brocker und die ISG-Sprecher Max Trapp und Stefanie Steinauf schauen sich in der RP-Redaktion Fotos von Lichterbäumen in Europa an. FOTO: Malz
Wesel. Die Initiatoren des stark kritisierten Lichterbaums auf dem Großen Markt rechtfertigen sich bei einem RP-Besuch. Von Klaus Nikolei

Nein, sagen Stefanie Steinhauf und Max Trapp, die Sprecher der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Domviertel übereinstimmend, die Häme über die Stahltanne auf dem Großen Markt in sozialen Netzwerken wie Facebook "nehmen wir nicht ernst". Was da so alles so geschrieben werde, "darf man nicht auf die Goldwaage legen". Anders ist es mit Kritik, die in persönlichen Gesprächen geäußert wird. "Die hören wir uns natürlich an. Wir bekommen übrigens auch reichlich Lob." Nicht zuletzt wegen der Bibelzitate aus dem Lukas-Evangelium.

Zusammen mit Citymanager Thomas Brocker ist das Sprecher-Duo der Einladung der RP gefolgt, um über den Lichterbaum zu sprechen, an dem sich die Geister scheiden und der auch überregional für mediale Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Zur Einstimmung werden dem Trio Bilder ähnlicher Kunstobjekte unter anderem aus Madrid und Mailand, Innsbruck und Vilnius (Litauen), Essen und Mettlach im Saarland vorgelegt. Anerkennendes Nicken. "Sie sehen alle modern aus und sind gut fotografiert", sagt der Citymanager. "Aber es sind alles keine typischen Weihnachtsbäume." Max Trapp gefällt unter anderem das Foto des "blauen Baums" aus Essen. "Was allerdings haben Teller in Mettlach und leuchtende Lolli-Symbole in Litauen mit Weihnachten zu tun?" Favorit des Trios ist der bunte, aufwendig mit Spruchbändern gestaltete Kegel aus der Weltstadt Mailand. Ob Mailand - natürlich in einer weniger kostspieligen Version - nicht auch Vorbild für Wesel sein könnte? Stefanie Steinhauf und Max Trapp lächeln. "Es gibt schon viele Vorschläge, wie unser Baum 2016 aussehen könnte. Wir werden darüber ab Januar in der AG Lichterbaum sprechen." Vielleicht geht man im nächsten Jahr wieder dazu über, den Baum mit mehr warmem Licht und Kugeln zu schmücken, so dass sich vor allem bei der Gruppe der Traditionalisten ein vorweihnachtliches Gefühl einstellt.

Dem Vorschlag der CDU, neben der Stahltanne auch eine echte an den Dom zu stellen, können die ISG-Leute nichts abgewinnen. "Es hat eigentlich nie einen schönen Tannenbaum gegeben", sagt Stefanie Steinhauf. "Oben war er kaum beleuchtet und unten geplündert." Brocker findet es "schwierig, zwei Bäume auf einen Platz zu stellen".

Zum Ende des Gesprächs ergreift Max Trapp noch einmal das Wort. Eines muss er loswerden. "Ich kann Kritiker nicht verstehen, die sagen, dass der Lichterbaum nichts mit Weihnachten zu tun habe. Das hat er, nach unserem Verständnis, sehr wohl." Mit Hilfe der Bibelzitate ("...und legten ihn in einen Futtertrog, weil keine Herberge ihnen Platz bot", sowie "...er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhöht die Niedrigen") könne er seinen Kindern erklären, dass schon zu Zeiten von Jesu Geburt Flucht und Vertreibung ein Thema waren.

"Und wir dürfen hoffen", sagt er, "dass die Verhältnisse in der Welt nicht so bleiben müssen, wie sie sind. Es sind Sprüche, wie sie die Welt in diesem Jahr braucht."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Warum die Weseler Stahltanne gut ist


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.