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Wesel
Warum Mädchen Ponys und Pferde lieben

Wesel. Ferienaktionsprogramm in Diersfordt: Reittherapeutin Jessica Wolters gibt Tipps zum Reitsport,

"Das war fast klar - alle Teilnehmer sind Mädchen", sagt Jessica Wolters schmunzelnd, als sie die letzte Anmeldung für ihr Reitangebot im Rahmen des Weseler Ferienaktionsprogramms entgegengenommen hat. "Spielerisches Heranführen an das Pferd" war in dieser Woche für sechs- bis neunjährige Kinder angesagt - 13 Mädchen konnten sich begeistern und sind auf den Reiterhof in den Diersfordter Wald gekommen. "Es gibt aber auch Jungen die reiten", betont die 28-jährige Reittherapeutin, sagt aber ganz klar: "Pferdesport ist vor allem bei jungen Mädchen sehr beliebt." Dies zeigt sich auch an diesem Ferientag: Nach einer kurzen Einführung zu Putz-Utensilien für Pferde kommen die Mädchen gleich in Kontakt mit den Tieren. "Mädchen lieben Pferde", sagt Wolters. Und man könnte ergänzen: "Pferde lieben Mädchen". Denn die Ponys steuern schnurstracks auf die Kinder und Helferinnen des Reiterhofs zu und lassen sich streicheln und kraulen.

Immer zwei Kinder dürfen jetzt unter Anleitung ein Pferd säubern. Sie schrubben mit einem Striegel das Fell, reinigen mit einer Wurzelbürste die Beine. "Ganz schön anstrengend", findet die sechsjährige Madita das Auskratzen der Hufe. "Muss aber sein", erklärt Leiterin Wolters und setzt sich auch durch, obwohl sich das kleine Shetlandpony Chester zunächst etwas ziert, den Huf anzuheben. Doch dann klappt es, Pferde und Mädchen sind startklar. Zur Belohnung gibt's für die Vierbeiner noch Möhren und trockenes Brot. Dann werden die Sättel aufgelegt.

"Bitte jetzt die Helme aufsetzen", ruft die Reittherapeutin. "Alles andere wäre zu gefährlich." Auch eine gut sitzende - nicht zu kurze - Hose und festes Schuhwerk sind Voraussetzungen hoch zu Ross. Sie rät ohnehin, dass Kinder erst ab sechs mit dem Reiten beginnen sollten. Und natürlich, so sagt sie, müsse man auch die passenden Tiere haben, die die Kinder küssen und kuscheln könnten. Sie zeigt dabei auf Gin Tonic: Der Knabstrupper sieht aus wie das Pferd von Pippi Langstrumpf und ist mit rund 1,45 Meter Stockmaß eines der größten Ponys bei dieser Ferienaktion. "Der macht alles mit", erklärt die Reittherapeutin. Sie führt das gefleckte Pferd an der Longe, während Jana (7) Turnübungen auf dem Pferderücken probiert. Andere Kinder dürfen die Tiere führen, während wieder andere Mädchen im Sattel einige Runden drehen. "Ein tolles Gefühl", schwärmt Elisabeth (6).

Vor allem bei Kindern mit Handycap könne man sehen, wie sie aufblühen, wenn sie mit Pferden arbeiten, sagt Wolters. "Das ist so herzergreifend", ergänzt sie und bestätigt, dass es auch für fast alle anderen ein wahrer Genuss ist, wenn sie hoch zu Ross unterwegs sind. "Der Satz ' hat wirklich seine Berechtigung!" Schaut man in die Gesichter der Mädchen an diesem Tag, stimmt es auf jeden Fall.

(jok)
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