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Wesel
Warum Vorlesen für Kinder so wichtig ist

Wesel: Warum Vorlesen für Kinder so wichtig ist
"Bibi Blocksberg und Pia" heißt das aktuelle Lieblingsbuch von Pia aus Lackhausen. Das hat die Fünfjährige gestern mit in die Sonnenburg gebracht. Und das Kind freut sich, dass ihre Oma, Maria Körner, ihr vorliest. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Seit acht Jahren ist der Welttag des Buches im Lackhausener Familienzentrum "Die Sonnenburg" besonderer Tag. Von Klaus Nikolei

Im lichtdurchfluteten Foyer der Lackhausener Sonnenburg ist es an diesem Morgen unglaublich gemütlich. Mütter beziehungsweise Großmütter sitzen dort mit ihren Kindern beziehungsweise Enkeln auf kunterbunten XXL-Kissen und Sofas gekuschelt und schmökern. Am Welttag des Buches haben die Erzieherinnen die aktuellen Lieblingsbücher der Kinder auf drei Tischen aufgebaut. Darunter Klassiker wie "Der Grüffolo", mehrere Saurierbücher und auch die witzige Neuerscheinung "Hilfe, dieses Buch hat mein Hund gefressen".

Maria Körner blättert mit Enkelin Pia (5) in "Bibi Blocksberg und Pia", denn jedes Kind durfte sein Lieblingsbuch mitbringen in die Tagesstätte. "Wenn ich ,Kinderwoche' habe, dann lese ich Pia immer etwas vor, so wie ihre Eltern das auch jeden Abend machen", sagt Maria Körner. Schließlich gebe es nichts Wichtigeres, als Geschichten zu erzählen. "Das motiviert Kinder Fragen zu stellen. Und das spiegelt sich später auch bei den Schulnoten wieder."

Dieser Meinung kann sich Einrichtungsleiterin Andrea Brinkmann nur anschließen. Sie hat mit ihrem Team dafür gesorgt, dass seit 2008 der Welttag des Buches im Familienzentrum an der Julius-Leber-Straße immer ein ganz besonderer Tag ist. "Wir wollen, dass Kinder früh den Wert von Büchern schätzen lernen, die übrigens keine Konkurrenz zu Internet und Co. sind, sondern gleichberechtigt daneben stehen." Andrea Brinkmann ist überzeugt, dass das Vorlesen von Büchern Kindern so wichtige Werte wie Wertschätzung der eigenen Persönlichkeit, Toleranz, Mitgefühl und Zuhören können vermittelt. "Wir möchten den Eltern mit unseren Aktionen zum Welttag des Buches deutlich machen, wie wichtig es ist, beim Lesen eine besondere Atmosphäre zu schaffen, weil Kinder das in ihrem Gefühlserleben abspeichern. Ansonsten werden sie es nicht als Wert für sich im Herzen behalten", sagt die Pädagogin. In ihrer vor 25 Jahren gegründeten Initiativ-Tagesstätte lesen übrigens im Rahmen von interkultureller Erziehung Eltern aus Büchern vor, die sie als Kinder in Polen, Rumänien oder der Türkei gerne gelesen haben.

Wie wichtig für Andrea Brinkmann Bücher sind, beweist, dass die Einrichtung auch in Jahren, in denen es finanziell knapp war, an vielem gespart hat, aber nicht am Kauf neuer Literatur für die große Bibliothek. "Wir holen dort gerne Bücher heraus, die den Kindern zeigen, wie sich die Gesellschaft verändert hat. Vor 25 Jahren wurden Familien noch ganz traditionell dargestellt: Der Vater geht arbeiten, die Mutter kocht." Wobei sie zugibt, dass auch die neueren Werke gelegentlich "der Zeit etwas hinterherhinken".

Quelle: RP
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