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Wesel
Was die Landwirte wollen

Wesel: Was die Landwirte wollen
Diskussion mit den Landwirten in der Niederrhheinhalle (v.l.): Stefan Meiners, Jürgen Preuß, Moderator Dr. Bernd Lüttgens, Sabine Weiss u. Bernd Reuther. FOTO: Weissenfels
Wesel. Natürlich war es eine Gelegenheit, dem Landwirt als Wähler etwas Honig um den Bart zu schmieren. Als die CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss sich bei der Diskussion vor der Kreisbauernschaft vorstellte, da sagte sie gleich eingangs: "Die Akzeptanz für die Landwirte muss in der Bevölkerung gestärkt werden und es kann nicht sein, dass im Bereich Tierschutz die Landwirte sofort unter Generalverdacht gestellt werden". SPD-Kandidat Preuß ergänzte: "Die Geiz-ist-Geil-Mentalität müssen wir abschaffen."

Die Politik hat den Landwirten nicht eben Geschenke gemacht in den vergangenen Jahren. Nur noch 50 Prozent der Fläche im Kreis Wesel sind durch landwirtschaftliche Nutzflächen geprägt. Der Kiesabbau raubt Ackerfläche. Zudem leiden die Landwirte unter einer schlechten Preispolitik und einer mangelnden Akzeptanz in der Bevölkerung. Für die Kreisbauernschaft Wesel Grund genug, in der Wahlkampfperiode eine Diskussionsplattform mit der Politik zu schaffen. In der Niederrheinhalle hatten Landwirte die Möglichkeit, ihre Fragen und Anliegen an die Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss (CDU), Jürgen Preuß (SPD), Bernd Reuther (FDP) und Stefan Meiners (Grüne) zu richten. Als Moderator führte Bernd Lüttgens, stellvertretender Geschäftsführer des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands, durch den Abend.

Einigkeit herrschte im Podium bei dem Punkt Ertrag. "Wir müssen sicherstellen, dass Landwirte von der Produktion auch leben können", sagte Meiners.

Ein differenziertes Bild der Politiker ergab sich dann bei der Steuerpolitik. Persönlich ist Preuß der Meinung, dass das Steuersystem in Deutschland die Leute bestraft und dass hier Verbesserungen notwendig sind. Die FDP möchte konkret den Solidaritätszuschlag bis 2020 auslaufen lassen und die Stromsteuer abschaffen, um insbesondere kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Kritik kam von Stefan Meiners zur Überzeugung von Sabine Weiss, die Substanzsteuer und Vermögenssteuer abzuschaffen. "Wenn die Erbschaftssteuer wegfällt, muss die Vermögenssteuer kommen." Ein diffuses Bild ergab sich hier am Ende.

Bei den Themendiskussionen nutzten die Bundestags-Kandidaten dann immer wieder die Möglichkeit, Seitenhiebe auf die anderen Parteien zu verteilen. Ganz aktuell die Diskussion um die 'Schweine-Affäre' um NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking (CDU) oder die 'Bauernregeln-Kampagne' von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), die einen Proteststurm bei den Landwirten auslöste. In der abschließenden Diskussion kam die emotionale Bedeutung für die Landwirte schnell zu Tage. Es wurde sachlich, aber auch stellenweise lautstark über die aktuelle Situation auf den Höfen berichtet, Lösungen vom Podium wurden aber nicht präsentiert. Insbesondere die Akzeptanz der Branche liegt den Landwirten im Magen.

(cth)
 
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