| 12.46 Uhr

Wesel
Was für mich zu Weihnachten gehört

Wesel. Welches Lied, welcher Film, welches Essen ist untrennbar mit Weihnachten verbunden? RP-Redakteurin Barbara Grofe erzählt es. Von Barbar Grofe

Hören

Auch wenn uns in der Kirche niemand gesehen hätte – früher dachte ich immer, es hätte trotzdem jeder gewusst, dass Familie Grofe die Christmette in der Gelderner Heimatkirche besucht. Denn meine Eltern und mein Bruder haben eine Singlautstärke, die sich gewaschen hat. Wenn sie (im Vergleich piepse ich) "Tochter Zion" schmetterten oder "Stille Nacht" oder "O du fröhliche", bekam ich eine Gänsehaut, weil sie nicht nur laut sangen (das war mir auch ein klitzekleines bisschen unangenehm), sondern auch mit Inbrunst. Heute sind wir an Weihnachten meist nur zu dritt, mein Bruder lebt mit Familie in Kanada, und so wir denn gemeinsam in die Kirche gehen, fehlt eine von drei Schmetterstimmen. Und doch: Die Lieder klingen noch immer nach Weihnachten. Und die Gänsehaut ist immer noch da.

Gucken

Die Adventszeit ist für mich nicht komplett ohne "Die Muppets Weihnachtsgeschichte". Der Film erzählt den Klassiker von Charles Dickens über den hartherzigen Ebenezer Scrooge neu, den die Geister der Weihnacht auf eine Reise durch die Zeit mitnehmen. Bis auf Michael Caine sind nur Muppet-Figuren zu sehen. Scrooge reist mit den Geistern zu vergangenen Weihnachten, sieht das aktuelle Fest und die, die noch kommen – und lernt, dass Geldhorten nicht glücklich macht und alles nichts ist ohne Liebe. Eine Geschichte, die so ans Herz geht, dass ich bei jedem Gucken fast vor Rührung weinen muss. Aber wirklich nur fast. Für das Kontrastprogramm sorgt Ulrich Tukur am 27. Dezember als Tatortkommissar Felix Murot. Dann ist Weihnachten wirklich vorbei und der Rest vom Jahr kann kommen.

Schmecken

Bei Freunden gab es früher Rinderbraten mit Rotkohl und Klößen oder Rouladen oder Wild. Bei uns gab es warmen Kartoffelsalat mit Würstchen. Lange wusste ich nicht, wie ich es finden sollte, dass es etwas so Unprätentiöses gab. Meine Mutter sagte auf mein Genörgel immer, dass sie keine Lust hat, an Heiligabend stundenlang in der Küche zu stehen, außerdem habe es das bei ihr daheim früher auch gegeben. Heute gibt es nichts, das mehr nach Weihnachten schmeckt als ihr warmer Kartoffelsalat. Wer ihn nachmachen will: 1 Kilo Pellkartoffeln kochen, erkalten lassen, in dünne Scheiben schneiden. Für die Soße 2 bis 3 Esslöffel (EL) Butter im Topf schmelzen, 4 bis 5 EL Mehl anschwitzen, mit Milch und hellem Essig (Verhältnis 2:1) ablöschen, bis eine dickflüssige Soße entsteht; die dann mit Salz und Zucker abschmecken – das Ganze muss süß-säuerlich schmecken, Maggi dazu (ja, so ist es!), Kartoffeln unterheben – am besten einen Tag ziehen lassen.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wesel: Was für mich zu Weihnachten gehört


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.