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Wesel
Was für mich zu Weihnachten gehört

Wesel. Welches Lied, welcher Film, welches Essen ist untrennbar mit Weihnachten verbunden? RP-Redakteur Klaus Nikolei erzählt es. Von Klaus Nikolei

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Ich freue mich jedes Jahr auf die Adventszeit, weil ich dann endlich wieder die drei Weihnachts-Pop-Songs rauf- und runterhören kann, die bei mir flächendeckende Gänsehaut verursachen: Whams "Last Christmas", "Driving home for Christmas" von Chris Rea und "The Power of Love" von Frankie goes to Hollywood. Alles melancholische Meisterwerke der 80er, als ich jung und gerade im Winter oft sehr verliebt war – wenn auch nicht immer glücklich. Aber so ging es ja George Michael auch in dem herrlich kitschigen Video aus dem Jahr 1984. Mein Tipp an alle Romantiker: Das 4:37-Minuten-Stück einfach mal bei Youtube aufrufen und in Erinnerungen schwelgen. Mehr als 123 Millionen Menschen haben das schon getan. Alle drei Songs finden sich übrigens auf der Kuschelrock-Christmas-CD.

Gucken

Mein Lieblingsstreifen an Weihnachten ist nichts für Leute, die nah am Wasser gebaut haben. Denn es gibt keinen rührenderen Filmklassiker als "Ist das Leben nicht schön?" von 1946. Dessen einziges Manko ist vielleicht, dass er in Schwarzweiß gedreht wurde und deshalb für den pubertierenden Nachwuchs "unanguckbar" ist. Egal. Mich hält es jedenfalls nicht ab, das warmherzige Märchen anzusehen, das morgen bei 3Sat, 21.45 Uhr, bzw. am 26. Dezember um 16.25 Uhr bei Einsfestival läuft. Inhalt: An Heiligabend will sich George Bailey (James Stewart), Leiter einer Bausparkasse, die vor dem Aus steht, vor einer Brücke stürzen. Doch himmlische Hilfe naht: Der Engel Clarence führt dem Lebensmüden vor Augen, was aus seiner Heimatstadt geworden wäre, hätte er nie gelebt. Immer wieder schön!

Schmecken

Mein Vater hasst Geschenke. Immer. Und an Weihnachten ganz besonders. Das Fest selbst findet er nicht so schlimm. Denn dann gibt's eines seiner Lieblingsgerichte: Dosen-Spargel in Holländischer Soße, gekochter Schinken, Kartoffeln. Eine Tradition, die ich nicht fortführe. Denn Frau und Kinder mögen Büchsen-Spargel nicht. Vor allem nicht an Weihnachten. Bei uns gibt's, weil's kaum Arbeit macht und schmeckt, Steaks. Vom argentinischen Rind oder vom Weseler Obrighovico-Landschwein mit Pfefferrahmsoße oder/und selbst gemachter Kräuterbutter. Weiterhin: Keniabohnen oder/und Brokkoli sowie Kartoffelgratin oder/und Pommes. Das Dessert bereite ich schon seit 1986 zu: Eine Mousse au Chocolat, die aus sieben Eigelb, zwei Eiern, 400 Gramm Vollmilchkuvertüre und 600 Gramm Schlagsahne besteht. Die muss ich meinen Eltern immer machen, wenn ich sie am zweiten Weihnachtsfeiertag besuche.

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