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Heimat erleben in Wesel
Washington - Tokio - Barcelona - Wesel

Heimat erleben in Wesel: Washington - Tokio - Barcelona - Wesel
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. In einem neuen Bildband des Architekturhistorikers Chris van Uffelen über 60 Fußgängerzonen aus aller Welt ist auch Wesel als Positivbeispiel vertreten. Bürgermeisterin Ulrike Westkamp freut sich und hofft auf weitere Verbesserungen. Von Fritz Schubert

In den gern mitgesungenen Hits "New York - Rio - Tokyo" von Trio Rio oder "New York, Rio, Rosenheim" von den Sportfreunden Stiller kommt Wesel nicht vor. Aber in dem kapitalen Bildband "Pedestrian Zones - Car-Free Urban Spaces" (Fußgängerzonen - autofreie Stadträume) von Chris van Uffelen. Und in dem ist der Kreis der Metropolen ungleich größer und nicht minder illuster. 60 Fußgängerzonen und verkehrsfreie Plätze aus aller Welt werden als Positivbeispiele für zukunftsweisende Stadtgestaltung in dem von Fotos dominierten Wälzer vorgestellt. Die Liste reicht von Sevilla über Tokio bis Sydney, von Athen bis Auckland, von London über Lingen bis Lissabon, von Barcelona über Bayreuth bis Berlin, von Shanghai über Stuttgart bis Seattle und von Washington über Wiesbaden und Wolfsburg bis Wesel. Ein Ranking gibt es nicht. Die Hansestadt vom Niederrhein bekommt wie jeder andere Ort vier Seiten und ist zwischen Stuttgart und Glasgow auf den Seiten 32 bis 35 ziemlich weit vorn platziert.

Klar, dass der Band im Weseler Rathaus bestens ankommt. Bärbel Reining-Bender vom Büro der Bürgermeisterin machte gestern natürlich gern auf das Buch aufmerksam mit dem Hinweis, dass der Auftritt Wesels den Landschaftsarchitekten Claudia Zimmermann und Florian Birke zu verdanken ist. Sie waren es schließlich, die Wesels Einkaufsmeile umgestaltet hatten. Besonders gut zum Ausdruck kommt die hohe Aufenthaltsqualität. Wesels wichtigste Wegstrecke hat Wohlfühlcharakter. Das würde noch deutlicher, wenn man den Unterschied zum Altbestand sehen würde. Aber auf bildliche Vorher-nachher-Vergleiche wurde bei allen vorgestellten Orten verzichtet. Immerhin ist im sparsamen Text auch beschrieben, dass die Stadt ihr historisches Flair mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verloren hat.

Betont werden die Möglichkeiten der Interaktion und Begegnung, zum Spielen und Sitzen. Das an mehreren Stellen wirkende Element Wasser kommt zum Tragen. Ebenso die Wahl der Pflanzen, die ganzjährig für schöne Bilder sorgen. Aktuell macht sich bei den seit der Einweihung gut entwickelten Bäumen der Farbenreichtum des Herbstes bemerkbar.

Bürgermeisterin Ulrike Westkamp freut sich sehr über die Aufnahme ihrer Heimatstadt in den Band und sagt: "Wir sind stolz, dass wir in dem tollen Buch vertreten sind." Mit dem Umbau zur neuen Fußgängerzone ging bekanntlich die Diskussion über die Gestaltungssatzung einher, an der auch die Webegemeinschaft beteiligt war. Die Regeln für zurückhaltende Werbung werden laut Westkamp weitgehend eingehalten. Auch zeige sich in oberen Etagen zunehmend eine Reduzierung, die insgesamt zu einem hochwertigeren Eindruck führe. Zudem wirke das wegen hoher Nachfrage mehrmals verlängerte Fassadenprogramm weiter. Bekanntlich können Eigentümer sich für Renovierungen von Fachleuten beraten lassen und auch kleinere Zuschüsse bekommen - Zugang erwünscht. "Es ist noch Geld im Topf. Wir freuen uns über jeden, der einen Antrag stellt", sagte Westkamp.

Quelle: RP
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