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Niederrhein
Weg frei für mehr Sicherheit am Rhein

Niederrhein. NRW-Minister Remmel unterzeichnet Vertrag: Überflutungsfläche für 40 Millionen Euro geplant. Von Michael Scholten

Für 40 Millionen Euro, die von der Landesregierung gezahlt werden, soll am Rhein zwischen den Ortsteilen Haffen und Mehr in den kommenden zehn bis 15 Jahren eine Überflutungsfläche geschaffen werden. Diese soll bei extremem Rheinhochwasser bis zu 26 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. So soll der Wasserstand in der direkten Umgebung um bis zu 30 Zentimeter gesenkt werden können, bis in die Niederlande hinein sei eine Senkung von bis zu acht Zentimetern erwartbar. Neben Minister Remmel und dem Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers unterzeichneten Deichgräf Herbert Scheers und Werner Schaurte-Küppers, geschäftsführender Gesellschafter des Hülskens-Firmenverbandes, die Vereinbarung. "Das Projekt hat eine überregionale Bedeutung für den Schutz vor extremem Hochwasser", betonte Minister Johannes Remmel bei seinem Besuch in Rees. Daher habe auch die Bundesregierung beschlossen, den Polder Lohrwardt in das nationale Hochwasserschutzprogramm aufzunehmen.

Anfang 2017 will die Firma Hülskens mit der vertragsgemäßen Verfüllung des Abgrabungsgebietes Reckerfeld beginnen. Dafür sind zehn Jahre angesetzt. Nach langen Engpässen bei der Beschaffung von Füllmaterial sei dieses nun wieder verfügbar, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Werner Schaurte-Küppers. So kann die Firma Hülskens auch darauf verzichten, ihren drei Kilometer lange Ringdeich abzubauen, dessen Material zunächst für die Verfüllung vorgesehen war. Der Deich wird nun dem Deichverband kostenfrei überlassen. Laut Wolfgang Spittka, Prokurist der Firma Hülskens, sparen der Deichverband und das Land NRW dadurch zehn Millionen Euro.

Parallel zur Verfüllung der Auskiesungsfläche Reckerfeld will der Deichverband die optimale Nutzung der Flutungsfläche planen. Seit 1995 sind die Deiche am Rhein auf einer Länge von 225 Kilometern saniert worden oder befinden sich gerade im Bau. Aktuell stehen 84 Kilometer aus, bei 33 Kilometern mit vergleichsweise jungen Anlagen wird geprüft, ob eine Sanierung erforderlich ist. Die Landesregierung hat das Ziel, alle Hochwasserschutzanlagen am Rhein zwischen Düsseldorf und Emmerich bis 2025 technisch zu optimieren. Darüber hinaus wurden entlang des Rheins sechs Deichrückverlegungen fertiggestellt oder befinden sich im Bau.

Quelle: RP
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