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Hamminkeln
Wegeverband für Flickenteppich?

Alle Jahre wieder saßen Hamminkelns Landwirte mit der Verwaltungsspitze zusammen, um das leidige Thema Wirtschaftswege zu besprechen. Einen Durchbruch gab es nicht, höchstens Detaillösungen oder auch Brückensperrungen, die die Landwirte mit ihrem immer schwereren Gerät zu Umwegen über das allgemeine Straßennetz zwingt. Die Kosten, um das Wegenetz zu erhalten, laufen einfach davon.

"Früher war das anders", sagt Helmut Wisniewski (USD). Da habe man die Sanierungslasten in gegenseitiger Hilfe geleistet. Doch dann sei die Stadt gekommen und habe auch kleine Wirtschaftswege asphaltiert. Damit war die Zeit der Schotterwege und der machbaren Selbsthilfe vorbei. Jetzt richten sich die Augen der Landwirte auf Bürgermeister Bernd Romanski. Der versprach nun, in absehbarer Zeit das Thema auf eine neue Schiene zu bringen. Das Mittel zum Zweck heißt Wirtschaftswegeverband - für ihn "wirtschaftlich am akzeptabelsten".

Bevor der Verband, der sich um Sanierungsmaßnahmen und deren Finanzierung kümmern soll, realisiert werden kann, sind etliche Hürden zu nehmen. Widerstreitende Interessen sind dabei im Spiel. Das zeigt schon der nächste Gesprächstermin am 25. Januar, der stattfindet, aber den das Finanzministerium für sich aus dem Kalender gestrichen hat. Hintergrund: Das Land fürchtet die anteiligen Kosten - als Flächeneigentümer. Würde es in den Hamminkelner Verband einsteigen, könnte daraus eine allgemeine landesweite Verpflichtung entstehen. Die Stadt Hamminkeln macht deshalb vorerst in Eigenregie weiter.

Es gibt weitere Schwierigkeiten. Rechtlich sei ein Verband wohl zulässig, so Bürgermeister Romanski, aber so ganz eindeutig scheint das noch nicht zu sein.

Dazu kommt das bisher unbeachtete Problem, dass dort, wo Durchgangsstraßen bestehen, die Zuständigkeit des Verbandes unterbrochen wird. Dieser würde praktisch über einen Flickenteppich regieren. Deshalb glaubt man im Rathaus, dass mehrere Unter-Verbände für begrenzte Areale nötig sind. Doch welche und wo? Außerdem: Ist die Qualität der Wege für ewig festgeschrieben?

Hier wird es neue Kriterien geben müssen. Dazu wird eine Art Wegekataster angelegt. Oder anders gesagt: Eine Straßenkarte zeigt, wo in der Wegesanierung jeweils Prioritäten gesetzt werden und wo der Zustand bleiben kann.

Den Landwirten ist es recht, wenn sich nur etwas bewegt. Nur eins wollen sie nicht: Am Pranger stehen wegen ihres immer größeren und schweren Geräts. Das würde die Wege nicht ungewöhnlich belasten, sagte ein Landwirt. Die Technik macht's: immer breitere Reifen und immer niedrigere Luftdrücke, die das Gewicht optimal verteilen. So ausgeklügelt, dass auf landwirtschaftlichen Flächen kaum noch Abdrücke von Monsterreifen zu sehen sind.

(thh)
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