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Wesel
Weiss will ein drittes Mal nach Berlin

Wesel. 91 der 96 Delegierten votierten für die Vorsitzende der Kreis-CDU als Kandidatin für die Bundestagswahl 2017.

Zweimal hat sie es bereits geschafft, nun soll es ein drittes Mal klappen. Wenn im kommenden Jahr der Bundestag gewählt wird, möchte Sabine Weiss erneut für den Wahlkreis 113 Wesel I nach Berlin. Ihr Ziel sei es, ihren Wahlkreis "auch zum dritten Mal direkt zu holen", kündigte die Vorsitzende der Kreis-CDU in dieser Woche im Parkettsaal der Niederrheinhalle in Wesel an. Dort waren Delegierte aller Kommunen des Wahlkreises zusammengekommen, um ihre Kandidatin für die Bundestagswahl offiziell zu nominieren. Und das Votum für die 58-Jährige war deutlich: Ohne Gegenkandidaten fielen 91 der 96 abgegebenen Stimmen mit Ja aus, vier Delegierte stimmten mit Nein, dazu gab es eine Enthaltung.

Sie gehe hochmotiviert und siegessicher in den Wahlkampf, kündigte Weiss in der Niederrheinhalle an. Schließlich habe sie mit den engagierten CDU-Mitgliedern im Kreis Wesel "die besten Wahlhelfer". Zudem liefere die Union, für die sie sich übrigens wieder mehr Geschlossenheit wünsche, die besseren Antworten auf die brennenden Fragen dieser Zeit. Deutschland gehe es so gut wie selten zuvor, Kanzlerin Angela Merkel habe die Weichen auf Erfolg gestellt. So sei die Zahl der Erwerbstätigen auf einem Rekordhoch, Preise stabil, Reallöhne und Renten gestiegen. Der Haushalt sei ausgeglichen, liefere aber dennoch genügend Spielraum für weitere Ausgaben und Projekte. Das Bruttoinlandsprodukt sei auf einem hohen Stand, ebenso die Ausgaben für Bildung, Forschung und Entwicklung.

Es gehe Deutschland gut, dennoch sei diese Zeit geprägt von den Sorgen und Ängsten vieler Menschen. Es brauche gerade in einer solchen Zeit kühle Köpfe, die Entscheidungen treffen, die die Grundwerte eines Lebens in Deutschland nicht zerstören. So sprach sich Sabine Weiss ganz deutlich für ein Verbot der Vollverschleierung aus. "Religion ist in unserer offenen Gesellschaft etwas Privates und gehört nicht in die Öffentlichkeit."

Menschen, die aus Angst um ihr Leben nach Deutschland kommen und hier Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, müssen diesen Schutz natürlich auch weiterhin bekommen, sagte die ehemalige Bürgermeisterin von Dinslaken. "Aber wer aus anderen Gründen nach Deutschland kommt, muss auch schnell wieder zurück."

Das sei eine Entscheidung, die ihr als Entwicklungspolitikerin nicht leicht falle, da ihr bewusst sei, dass viele Menschen damit zurück in die Armut geschickt würden. "Aber sie ist notwendig, um das soziale Gefüge in diesem Land stabil zu halten." Daraus ergebe sich die Aufgabe, arme Länder stärker in ihrer Entwicklung zu unterstützen, "damit gar nicht erst so viele Menschen zu uns kommen müssen".

Die Bundesregierung werde alles für die innere Sicherheit tun, auch wenn es eine Garantie nie geben könne. "Die Welt wird immer undurchsichtiger, wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen." So mahnte die Bundestagskandidatin aber auch davor, nicht politisch rückwärtsgerichtet zu denken und auf hohle Phrasen von Rechtspopulisten hereinzufallen. "Sie bieten keine Lösungen, nur Parolen." Sie freue sich darauf, die AfD zu entlarven und "inhaltlich zu stellen".

(gasch)
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