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Wesel
Weiter Irritationen nach Bädergipfel

Wesel: Weiter Irritationen nach Bädergipfel
Das Thema Badneubau am Rhein wird in Wesel heiß diskutiert. FOTO: Malz
Wesel. Während eines Ortstermins mit Vertretern von Bezirksregierung und RVR soll bald geklärt werden, ob Standort am Rhein geeignet ist. Die SPD übt heftige Kritik: "Jetzt fällt denen wieder etwas Neues ein." Von Klaus Nikolei

Eigentlich hatte Wesels Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gestern ein Gespräch mit Vertretern der Düsseldorfer Staatskanzlei und des Regionalverbandes Ruhr (RVR) zum in Wesel heiß diskutierten Thema Kombibad am Rhein führen wollen. Denn ein Hallenbad-Neubau ist dringend nötig, weil das Heubergbad so marode ist, dass es über kurz oder lang geschlossen werden muss. Doch die Staatskanzlei hatte den vor Wochen vereinbarten Termin kurzfristig abgesagt und der Bürgermeisterin nahe gelegt, den Termin doch alleine mit dem RVR zu führen. Und so reiste Westkamp gestern nach Essen, um dort zu erfahren, was Wesel tun müsse, um den Traum vom Kombibad am Rhein am Ende doch noch verwirklichen zu können.

Eine Zusammenfassung des Gesprächs, das die Bürgermeisterin am Nachmittag an alle Fraktions-Vorsitzenden geschickt hat, sorgte für unterschiedliche Reaktionen. Ende August soll es in Wesel ein Gespräch mit der Oberen Wasserbehörde (Bezirksregierung), dem RVR und der Stadt geben, bei dem die Lage des geplanten Bades im Überschwemmungsgebiet bewertet werden soll. Erst danach soll womöglich ein städtebauliches Konzept mit dem Schwerpunkt Freizeit auf den Weg gebracht werden. Das irritiert SPD-Fraktionschef Ludger Hovest - zumal das Thema Überschwemmungsfläche am Rhein doch längst entschieden war. "Jetzt fällt denen vom RVR wieder etwas Neues ein. Das ist wieder die typische Verkackeierung der Oberbehörden, um die Kommunen hinzuhalten." Hovest ist überzeugt, dass man beim RVR darauf geeicht sei, "in Wesel alles zu verhindern." Und auch zum Thema städtebauliches Konzept hat er eine klare Meinung: "Im nächsten Rat will ich wissen, ob wir dann tatsächlich eine Genehmigung bekommen, wenn wir das zeit- und kostenintensive Konzept vorlegen. Nicht, dass der RVR am Ende sagt, dies und jenes fehle noch."

Etwas optimistischer sieht CDU-Fraktionschef Jürgen Linz die ganze Sache. Nicht nur das Schreiben der Bürgermeisterin macht ihm Hoffnung, "dass wir das Bad an der gewünschten Stelle realisieren können". Mitarbeiter von NRW-Ministerpräsident Laschet hätten ihm in Gesprächen signalisiert, dass die Landesregierung etwas am Landesentwicklungsplan (LEP) machen werde. "Niemand, mit dem ich gesprochen habe, sagt, dass das nichts wird. Im Gegenteil", so Linz.

Ulrike Westkamp ist nun gespannt, wie das Gespräch mit Wasserbehörde und RVR Ende August ausgehen wird. Fest stehe, sagt sie, "dass wir auf Dritte angewiesen sind. Aber natürlich werden wir uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass das Kombibad am Rhein errichtet wird. Und deshalb werden wir auch das zähe Gebiet der Planung intensiv beackern." Im nächsten Stadtentwicklungsausschuss am 13. September kommt das Thema auf die Tagesordnung.

Beim RVR wollte man sich übrigens gestern nicht zu der gesamten Thematik äußern, sondern erst den Ortstermin in Wesel im Spätsommer abwarten.

Quelle: RP
 
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