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Wesel
Wenn das Herz plötzlich stillsteht...

Wesel. Dr. Martin Raiber, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Marien-Hospital, zeigte in einem Vortrag auf, was Ersthelfer tun können, wenn es zu unerwarteten Herz-Kreislaufstillständen kommt. Schnelles Handeln ist dabei enorm wichtig. Von Michael Elsing

Der plötzliche Herztod - jährlich fordert er in Deutschland um die 100 000 Opfer. Doch diese erschreckend hohe Zahl könnte womöglich deutlich nach unten korrigiert werden, wenn mehr Menschen wüssten, wie sie sich in einem solch dramatischen Notfall verhalten müssen und wie sie eine Elektroschockbehandlung durchführen können. Die Besucher des Vortrages von Dr. Martin Raiber, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Weseler Marien-Hospital, wissen jetzt jedenfalls, wie sie Erste Hilfe bei einem plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand leisten können.

Der Mediziner hob dabei immer wieder hervor, wie wichtig diese Laienreanimation sein kann. "Mit jeder Minute, die vergeht, steigt das Risiko, dass der von einem Herzstillstand betroffene Mensch verstirbt oder irreparable Schäden davonträgt", sagte Dr. Raiber und zeigte dann genau auf, was getan werden sollte und in welcher Reihenfolge dies geschehen soll. Die erste Maßnahme sollte demnach sein, zu überprüfen, ob das Opfer noch atmet und ob noch ein Puls zu fühlen ist. Am leichtesten ist dieser am Hals zu ertasten. Danach sofort unter der Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen.

Priorität bei den anschließenden Wiederbelebungsmaßnahmen hat dann die Herzdruckmassage. "Immer zuerst um das Herz kümmern", betonte Dr. Raiber. Im Idealfall wird die Massage noch durch eine Beatmung (Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase) ergänzt. Wie Herzdruckmassage und Beatmung idealerweise in der Praxis durchgeführt werden, das konnten die Besucher an einem Modell testen. Im Detail: Der Betroffene sollte auf einem harten Untergrund liegen, der Oberkörper muss frei sein und dann in der Mitte des Brustkorbes mit der Massage beginnen. Hierfür werden die Hände übereinandergelegt, die Arme durchgestreckt, Schultern senkrecht über dem Brustbein und nun mit dem Gewicht des eigenen Oberkörpers rhythmisch, fest und mit einer Frequenz von mindestens 100 Kompressionen pro Minute drücken.

Eine durchaus anstrengende Angelegenheit, denn diese Erstversorgung sollte so lange durchgeführt werden, bis der Notarzt eintrifft. Idealerweise wird die Massage mit einer Beatmung kombiniert, wobei hier gilt: Kopf überstrecken, Nase oder Mund zuhalten, je nachdem, in welches Organ die Beatmung erfolgt, und dann pusten. Sollte es zuvor gelungen sein, eine zweite Person herbeizurufen, können Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung parallel durchgeführt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, wird im Wechsel massiert und beatmet.

Dass Ersthelfer auch vor der Anwendung eines Defibrillators nicht zurückschrecken müssen, demonstrierte Dr. Martin Raiber ebenfalls. Vor allem ein Automatisierter externer Defibrillator (AED) ist für den Laien leicht zu bedienen, weil er dem Helfer akustische Anweisungen gibt. Er muss lediglich die Klebe-Elektroden auf dem Brustkorb des Betroffenen befestigen und das Gerät einschalten. Der AED analysiert dann selbstständig den Herzrhythmus und erkennt so selbst, ob die Abgabe eines Elektroschocks nötig ist oder nicht.

Quelle: RP
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