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Lesung
Wenn ein Lottogewinn für Tote sorgt

Lesung: Wenn ein Lottogewinn für Tote sorgt
Das Autorenduo Thomas Hesse und Renate Wirth. FOTO: hgl
Wesel. "Der Storch" heißt der zehnte Niederrhein-Krimi von Thomas Hesse und Renate Wirth. Er spielt unter anderem in Bislich, Wesel und Hamminkeln. Die Erstlesung ist am 23. Oktober im Scala. Dann wird an die Geschichte des Regionalkrimis erinnert. Von Milena Reimann

WESEL/HAMMINKELN Das Storchendorf Bislich-Büschken steht Kopf: Die Dorfgemeinschaft hat den Lotto-Jackpot geknackt! Der Glückstaumel währt kurz. Jeder plant etwas anderes mit den Millionen. Und einer hat nicht mitgespielt, setzt nun aber alles daran, trotzdem das ganz große Geld einzustreichen. Der Neider kommt nicht weit, liegt er doch plötzlich tot auf dem Friedhof. Chefkommissarin Karin Krafft und Kommissar Gero von Aha schalten sich ein - und erhalten unerwartete Unterstützung von drei Schlitzohren, die schlau wie Füchse und den Krimilesern ans Herz gewachsen sind.

Das Weseler/Xantener Autorenduo Thomas Hesse/Renate Wirth legt jetzt seinen Kriminalroman Nummer zehn vor. Er heißt "Der Storch", feiert die Rückkehr des sympathischen Vogels an den Niederrhein und rankt darum eine ebenso packende wie unterhaltsame Geschichte. Die Erstlesung ist am Montag, 23. Oktober, 19.30 Uhr, im Weseler Kulturspielhaus Scala (siehe Infobox). Es ist der zehnte Krimi von Hesse/Wirth seit 2005, als ihre Zusammenarbeit begann. Der Kreis der Handlungsorte sollte sich schließen, war der Grundgedanke. Keine einfache Aufgabe, denn seit ihrem Erstling "Das Dorf" hat sich viel verändert. Nicht nur die Optik ihrer Bücher. Die hat sich vom schwarzen Rahmen des Covers zum freundlich-hellen Einband, der den jeweiligen Titel motivgenau unterstützt, gewandelt. "Das Dorf" ist das einzige Buch des Duos, das kein Tier im Titel führte. Seitdem hat sich die Konstanz der Reihe, sie stets mit einem Symboltier zu betiteln, zum Markenzeichen am Niederrhein entwickelt. "Wir bekommen von unseren treuen Lesern gerne Vorschläge für den nächsten Tier-Titel", sagt Thomas Hesse aus Wesel. Besonders nach dem letzten Buch "Das schwarze Schaf" mit dem Niederrhein-Sound in der Überschrift habe sich dies gesteigert. "Der Storch" passt nicht nur deshalb zur Reihe. "Die Region hat sich zum Storchenland entwickelt, viele Menschen freut die Rückkehr der Störche", erläutert die Xantenerin Renate Wirth. Auch und gerade im Deichdorf Bislich. Oder auf der gegenüberliegenden Rheinseite im Schutzgebiet Bislicher Insel auf Xantener Gebiet. Damit rückte die Grundidee näher, um was es im übrigens fiktiven Ortsteil Büschken direkt am Deich und mit Rheinblick gehen soll. Das Dörfchen schwelgt wegen des Lottogewinns in Feierlaune, bevor die Interessen aufeinanderprallen, was mit dem Geldsegen gemacht werden soll.

Der Krimi greift aktuelle gesellschaftliche Konflikte auf - Windräder contra Naturschutz, Großprojekt contra sanfter Tourismus, Dorf-identität contra Wandel von außen - und verbindet diese mit einer komödiantischen Geschichte. Verzahnt wird die Handlung mit Freizeit- und Familienleben der Region, mit Eigenheiten und Schrullen der niederrheinischen Charaktere, der nachbarschaftliche Mikrokosmos mit dem dramatischen Geschehen. Die Erzählweise findet die Balance zwischen manchmal köstlicher Komik und Spannung, die den Krimifall vorantreibt und gleichzeitig auf warmherzig-amüsante Weise Liebe, Freundschaft und Solidarität feiert.

Die Schauplätze zwischen Wesel, Hamminkeln, Voerde, Geldern, Xanten, Rheinberg, Dinslaken, Moers, Kalkar und Weeze sind stimmig eingefangen, und es bereitet Lesefreude, sich durch diesen Krimi zu schmökern. Und Chefkommissarin Karin Krafft, ihr widerständiger Kollege Gero von Aha mit dem bunten Kommissar Nicolas Burmeester irren sich, verwirren sich und haben am Ende klug den Knoten gelöst.

Quelle: RP
 
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