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Stefan Schmitz
"Wenn es nur noch ums Geld geht, wird es sehr traurig"

Wesel. Samstagabend spielt der aus Friedrichsfeld stammende Gitarrist in Flüren.

WESeL Samstag, 25. März, 19 Uhr, gastiert der aus Friedrichsfeld stammende Gitarrist Stefan Schmitz in der Flürener Christus-Kirche an der Marsstraße anlässlich der neuen Benefizkonzert-Reihe. Karten gibt es noch an der Abendkasse. Gespielt werden Werke von Regondi, Piazzolla, Weiss und Domeniconi. Der 40-jährige Wahl-Bayer, der mit seiner Familie in Neu-Ulm lebt, gehört zweifelsohne zu den besten Gitarristen bundesweit.

Wer bei der Videoplattform Youtube im Internet Ihren Namen eingibt, findet gleich mehrere beeindruckende Musikvideos. Darunter eines, das 1,3 Millionen Mal aufgerufen wurde. Ungewöhnlich für jemand, der klassische Gitarrenmusik macht.

Schmitz Stimmt, das ist verhältnismäßig viel. Und das freut mich natürlich auch. Denn es ist eine gute Werbung und man erreicht damit viele Menschen weltweit.

Zahlt sich das für Sie auch aus?

Schmitz Nein, die Konzerte, die ich neben meinem Hauptberuf als Gitarrenlehrer gebe, lohnen sich finanziell nicht. Aber ich mache es aus Idealismus, aus Spaß. Und weil mir Konzertbesucher immer wieder sagen, dass ich unbedingt weitermachen müsse, weil das wichtig sei für diese Welt. Denn Kultur und Kunst sind ja irgendwie der Herzschlag unserer Nation. Wenn es nur noch ums Geld geht, wird es sehr traurig.

Sind Sie von Ihren Eltern angehalten worden, klassische Gitarre zu spielen?

Schmitz Nein. Aber mein Vater Reinhard Schmitz, ein bekannter Jazz-Musiker, hatte ein Gitarre. Ungefähr mit 14 Jahren habe ich mir das Spielen selbst beigebracht, unterstützt vom Weseler Musiker Frank Schut. Mit 18 bin ich dann in die Weseler Musikschule gekommen, um bei Günter Schillings Unterricht zu nehmen.

Erst mit 18? Was hat Schillings gesagt?

Schmitz Er war offenbar sehr beeindruckt. Nach einem halben Jahr habe ich bereits den Wettbewerb "Jugend musiziert" auf Landesebene gewonnen, später in Weimar, Düsseldorf, Maastricht und Karlsruhe studiert und mit dem Konzert-Examen abgeschlossen.

Das Publikum bei Klassikkonzerten ist meist älter. Was könnte man Ihrer Meinung nach tun, um auch die Jugend zu begeistern?

Schmitz Eltern sollten ihre Kinder unbedingt zu Konzerten mitnehmen, denn wenn Leute - egal welchen Alters - ein Livekonzert erleben, sind sie in aller Regel begeistert. Man muss sich einfach nur mal trauen, ein klassisches Gitarrenkonzert mitzuerleben. Das Programm am Samstag in Flüren ist auch für ungeübte Zuhörer ganz sicher ein Genuss.

KLAUS NIKOLEI FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
 
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