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Wesel
Wertstoffmobil wenig gefragt

Wesel: Wertstoffmobil wenig gefragt
Thomas Moll (v.l.), Nils Taubach, Cornelia Bothen, Elisabeth Lehmkühler, Timo Gansel, Andrea Krebber 2015 beim Start des Modellprojekts. FOTO: Malz
Wesel. Der Modellversuch läuft zäh. Jetzt wirbt die Stadt, um das Angebot bekannter zu machen. Von Thomas Hesse

Elektroschrott, Metall oder große Kunststoffteile sind Wertstoffe. Sie gehören recycelt und am besten getrennt gesammelt. Hamminkeln hat sich mit Wesel, Schermbeck und Hünxe zusammengetan und schickt auf Anmeldung die mobilen Abholer ins Haus. Die kommen vom Weseler Eigenbetrieb ASG und schleppen die Gegenstände aus dem Haus direkt ins Wertstoffmobil. Und das ohne Gebühren. Eigentlich ein unschlagbares Serviceangebot. Doch der interkommunale Modellversuch läuft nur zäh. 2016 gab es 363 Abholanmeldungen im gesamten Hamminkelner Gebiet. "Zu wenig und ausbaufähig", findet Thomas Michaelis, der im Rathaus zuständig für das Thema ist. "Viele Bürger haben von dem Service gehört. Er ist aber nicht dauerhaft präsent." Das soll sich ändern. Gestern wies die Stadt auf das bürgerfreundliche System hin.

Per Telefon oder per E-Mail kann man sich im Rathaus melden und die abzuholenden Geräte nennen. Im Gegenzug gibt es einen Termin, an dem die ASG-Leute kommen. Einmal in der Woche sind sie mit ihrem Wertstoffmobil quer durch Hamminkeln im Einsatz. "Das funktioniert sehr gut", sagt Axel Maulhardt (ASG).

Michaelis unterstreicht, dass der Service "unglaublich komfortabel" ist, aber nicht selbstlos. Die Stadt setzt die Abholung auch gegen Sperrmülldiebstahl ein, was wiederum eine klimaschützende Komponente hat.

Wird nämlich Sperrmüll an den Straßenrand gestellt, sind die Metall- und Wertstoffsammler nicht fern. Sie knipsen Kabel von Elektrogeräten ab oder hebeln komplette Kompressoren aus Kühlschränken heraus. Die wiederum enthalten klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoff (FCKW), der beim Heraustrennen frei wird. "Klassische Rosinenpickerei. Bei 70 Prozent der Kühlschränke im Sperrgut haben die Diebe schon die Kompressoren entfernt, um sie als Metallschrott zu verkaufen", weiß Michaelis.

Das trifft auch den Müllgebührenzahler. Den Erlös aus Wertstoffen vereinnahmt die Stadt gerne selbst, um damit die Gebühren zu stabilisieren. Da kommt schon was zusammen. Bis 11 Uhr gestern hatten die ASG-Leute bereits sechs Kühlschränke und Geräte auf die Ladefläche gehievt.

Die Stadt Hamminkeln macht sich allerdings selbst Konkurrenz mit ihren anderen Entsorgungsangeboten. Die Sperrmüllabfuhr in Zusammenarbeit mit dem Entsorger Schönmakers ist mit fünf freien Abholterminen im Jahr für die Haushalte interessant und bürgerfreundlich. Dann liegen allerdings Wertstoffe durcheinander mit anderem Sperrmüll. Die besagten Diebe wühlen ihnen interessante Dinge heraus und hinterlassen dann noch mehr Wirrwarr. Zudem gibt es immer freitags und samstags die Möglichkeit, im Wertstoffhof in der Industriestraße Sperrmüll abzugeben.

Bei der Direktabholung lässt sich Verwertbares direkt sortieren. Neben Geräten und anderen Metallgegenständen nehmen die Müllwerker auch PE- und PP-Kunststoffe mit (Polyethylen und -propylen), etwa Gartenmöbel aus Kunststoff. Oft müssen die ASG-Fachleute einen Blick darauf werfen, wenn das Material ist nicht so leicht zu identifizieren ist.

Michaelis möchte jedenfalls die Abholzahlen verdoppeln, Mut macht, dass sie nach den Sommerferien gestiegen sind und andere Orte im Kreis höhere Zahlen als Hamminkeln aufweisen. In der Stadt ist also noch Luft nach oben. Das wäre auch nötig, um den Probelauf im zweiten Jahr des Wertstoffmobils zur festen Einrichtung zu machen.

Quelle: RP
 
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