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Wesel
217 Flüchtlinge in Ex-Trapp-Verwaltung

Wesel: 217 Flüchtlinge in Ex-Trapp-Verwaltung
Einsatzleiter Rainer Keller (l.), ehrenamtlicher Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes, und Einrichtungsleiter Rolf Heyerichs nahmen die Flüchtlinge am Montagmorgen in Empfang. FOTO: Nikolei, Klaus
Wesel. Der Kreis hat Weseler Bürogebäude bis zum Februar 2016 angemietet und zur Notunterkunft umfunktioniert. Von Klaus Nikolei

Beim Anblick der ermatteten Kinder und Säuglinge, die am Montagmorgen gegen sechs Uhr mit ihren Eltern in Wesel angekommen sind, registriert und ärztlich untersucht wurden, hatte selbst so mancher der 110 Helfer Tränen in den Augen. "Viele der 217 Flüchtlinge, die mit fünf Bundeswehr-Bussen von Dortmund zu uns in die neue Notunterkunft an der Trappstraße gekommen sind, haben Schlimmes durchgemacht. Hier aber bei uns sind sie nun in Sicherheit", sagt Einsatzleiter Rainer Keller, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes. Wann die restlichen 83 kommen, ist noch unklar.

Keller hat wenig geschlafen in den vergangen Tagen. So wie die meisten der vielen Dutzend Helfer, die seit dem Wochenende alles getan haben, um die ehemalige Verwaltung der niederländischen Baufirma Volker Wessels (vormals Trapp) in eine Notunterkunft zu verwandeln. Die Bezirksregierungen in Arnsberg und Düsseldorf hatten den Kreis aufgefordert, für 300 Flüchtlinge Plätze zu schaffen. Wie berichtet, hat der Kreis schnell gehandelt, die seit Jahren fast leerstehende Immobilie angemietet und in Windeseile so ausgestattet, dass sie als menschenwürdige Unterkunft dienen kann.

Abgesehen von der ersten Etage, in der weiterhin die letzten verbliebenen Mitarbeiter der Firma Trapp Infra tätig sind, sind alle früheren Büroräume mit eilig organisierten Bettgestellen und Matratzen ausgestattet worden.

"Hier werden in erster Linie die Familien mit Kindern, die fast alle aus dem arabischsprachigen Raum kommen, untergebracht. Die Wohncontainer vor dem Verwaltungsgebäude sind für die jungen Männer bestimmt", erklärt Einrichtungsleiter Rolf Heyerichs. Der pensionierte Leitende Kreisverwaltungsdirektor ist ebenso wie Keller angetan von dem Einsatzwillen und dem Engagement aller Helfer. Heyerichs selbst war am Freitagmittag vom Kreis gebeten worden, die Leitung der Notunterkunft zu übernehmen. "Diesem Wunsch habe ich gerne entsprochen. Ich betrachte diese Aufgabe als eine sehr große Herausforderung, auf die ich mich auch freue", sagt der Rheinberger.

In einem der von Organisationstalent Keller beschafften Pagodenzelten ("Ohne die richtigen Kontakte läuft da nichts") hat das DRK eine Küche eingerichtet. In dem großen Zelt direkt daneben sind Bierzeltgarnituren aufgestellt. Hier werden die Flüchtlinge, die in einigen Wochen oder auch erst in einigen Monaten auf andere Städte verteilt werden sollen, verköstigt. Neben den Wohncontainern gibt es auch Dusch- und Toilettencontainer.

Nicht nur die meisten Anwohner der Trappstraße, die bereits am Sonntag vom Kreis über die Sachlage informiert wurden, hätten, so Heyerichs, "ihre Hilfe angeboten. Auch der Landrat war mehrfach hier. Er hat die Einrichtung der Notunterkunft zur Chefsache erklärt". Vorbildlich, ergänzt DRK-Mann Keller, sei auch die Zusammenarbeit zwischen Kreis- und Stadtverwaltung sowie der Hilfsorganisationen gelaufen, die bereits seit Wochen hervorragend in der Notunterkunft am Lippeglacis zusammenarbeiten. Dort sind, wie mehrfach berichtet, zum zweiten Mal 120 Flüchtlinge untergebracht.

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