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Wesel
43-Jähriger bricht bei Polizeieinsatz zusammen und stirbt

Wesel. Auf der Trappstraße hat die Polizei am Mittwoch einen psychisch auffälligen Mann mit Handfessel in Gewahrsam nehmen wollen. Plötzlich brach der stadtbekannte Weseler bewusstlos zusammen. Die Polizei Duisburg ermittelt. Von Sebastian Peters

Es handelt sich allem Anschein nach um einen tragischen Unfall, bei dem die Polizeibeamten keinen Fehler gemacht haben. Dennoch ermittelt jetzt die Duisburger Polizei anstelle der Weseler Kollegen. Ein 43-jähriger Mann aus Wesel, laut Polizei stadtbekannt, ist bei einem Polizeieinsatz auf der Trappstraße am Mittwochabend unvermittelt zusammengebrochen.

Laut einem Polizeibericht vom Donnerstag war die Polizei gegen 18 Uhr durch zwei Frauen alarmiert worden, die den nur spärlich bekleideten Mann in Höhe der Isselstraße hin und her laufen sahen. Er soll orientierungslos gewirkt haben. Die zwei Einsatzkräfte der Polizei, 54 und 22 Jahre alt, hätten den Mann zu seinem eigenen Schutz in Polizeigewahrsam nehmen wollen, berichtete auf Anfrage Daniela Krasch von der Duisburger Polizei. Der Mann habe sich jedoch gewehrt ("er wollte nicht mitgehen"), weshalb die Beamten ihm schließlich eine Handfessel anlegen wollten.

Plötzlich sei der Mann bewusstlos zusammengebrochen, nachdem er sich bereits übergeben und eingenässt hatte. Die Beamten hätten den Notarzt gerufen und den 43-Jährigen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu reanimieren versucht. Der Rettungsdienst brachte ihn in das Weseler Marienhospital, wo der Mann zwei Stunden später verstarb.

Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat eine Obduktion angeordnet, die ist gestern erfolgt und war um 13.30 Uhr beendet. Ergebnis: "Der Mann ist an einer medizinischen Ursache gestorben", sagte Polizeisprecherin Daniela Krasch. Der Mann sei an einer "inneren Ursache" verstorben, es gebe keine Hinweise auf äußerliche Verletzungen, die den Tod des Mannes hätten bewirken können. Auf die Detailergebnisse müsse noch gewartet werden, so die Polizeisprecherin Krasch. Dennoch sagte sie: "Wir können ausschließen, dass die Kollegen falsch gehandelt haben."

Die Polizei in Duisburg entschied sich dennoch, den ungewöhnlichen Fall öffentlich zu machen; auch um das Verhalten der beiden Kollegen in diesem Fall transparent zu machen. Beide Beamten wurden befragt und angehört. Dass die Staatsanwaltschaft Duisburg den Fall übernommen hat, ist laut Polizeisprecherin Krasch "ein normales Verfahren". Ohnehin würde im Fall von Todesfällen die Polizei Duisburg mit eingeschaltet. Der Verstorbene sei in Wesel keine unbekannte Person gewesen, er habe sich immer wieder verhaltensauffällig gezeigt. "Meinen Kollegen und auch dem Rettungsdienst war er bekannt."

 
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