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Wesel
"Wesel-Allerlei" - Weihnachtsrätsel 2015 (V)

Wesel: "Wesel-Allerlei" - Weihnachtsrätsel 2015 (V)
Wesel tot gemacht .. Kann man noch etwas erkennen? FOTO: NN
Wesel. Im RP-Weihnachtsrätsel mit historischen Aufnahmen des Weseler Sammlers Werner Abresch ist jetzt auch eine Reaktion auf ein Foto aus Folge I vom Samstag, 28. November, eingegangen. RP-Leser Bernd von Blomberg, unter anderem bekannt als Stadtführer und Kenner der Festungsgeschichte, hat die Menge, die sich dem Weseler Fotografen Hermann Lion aufgebaut hatte, buchstäblich unter die Lupe genommen. Von Fritz Schubert

Das unten in der Mitte platzierte Schild und Internetrecherchen führten von Blomberg zu Begriffen wie "Centralcommité der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger" und "Zentralkommitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz" mit Sitz in Berlin sowie zum "Grenz-Übernahmelager Wesel und Festungslazarett". Und schließlich auch zu einem "Merkblatt für Zivil-Heimkehrer" vom Juli 1919, gedruckt bei Berkenkamp in Wesel. Das mit 16 Seiten recht stattliche "Blatt", zu finden in der Deutschen Nationalbibliothek, lässt den Betrachter staunen. Es ist ein überaus detaillierter Leitfaden für alles, was Menschen nach der Bahnfahrt von Rotterdam nach Wesel zu beachten hatten. Wie ihr Aufenthalt organisiert ist und wie ihre Weiterfahrt in "besetzte Gebiete" ablaufen wird.

Die Glocken aus Folge IV vom Mittwoch dieser Woche kamen RP-Leser Willi Meesters sehr bekannt vor. Es sind die Glocken des Willibrordi-Doms, die da 1947 nach Wesel zurückkehrten. Meesters kann sich noch erinnern, wie sie im Zweiten Weltkrieg vom Turm abgeseilt und abtransportiert worden waren. Wie Tausende andere Glock sollten sie wegen der Rohstoffknappheit eingeschmolzen und das Metall für Rüstungszwecke verwendet werden. Aber so weit kam es nicht. Die Glocken überlebten, kamen zwei Jahre Kriegsende wieder zurück. Gehört werden konnte ihr Geläut laut Meesters trotzdem erstmal nicht, denn ein Probeläuten ließ erkennen, dass der Turm des demolierten Doms nicht stabil genug war. Er hatte offenbar unter der Bombardierung Wesels so gelitten, dass er verstärkt werden musste.

Woher bekamen sie diese besonderen Wohnungen? Mit soviel Licht! Und einem Raum ... FOTO: NN

Heiligabend 1950, so Meesters weiter, war es dann soweit: Die Glocken Willibrords erhoben wieder ihre Stimmen. Dies zu erleben, waren viele alte Nachbarn im Hoff bei Meesters an der Steinstraße zusammengekommen. Es sei ein ergreifender Moment gewesen.

Zur Folge IV ist zudem nachzutragen, dass Pfarrer Emil Tappenbeck und seine Konfirmanden (gezeigt in Folge III) im Jahr 1938 (nicht 1928) vor der Lauerhaaskirche fotografiert worden sein sollen.

Heute gibt es wieder zwei neue alte Bilde im Weihnachtsrätsel "Wesel-Allerlei". Wer sich mit Hinweisen und Gedanken dazu beteiligen möchte, der findet alles Nötige in der Info-Box.

Quelle: RP
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