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Wesel
Amprion stellt mögliche Trassen für Riesen-Stromautobahn vor

Wesel: Amprion stellt Varianten für A-Nord-Stromtrasse vor
So sähen die Bauarbeiten an der Trasse aus der Luft aus. FOTO: NN
Wesel. Amprion hat am Mittwoch die verschiedenen Varianten für die A-Nord-Stromtrasse vorgestellt. Über den genauen Verlauf der Riesen-Stromautobahn soll nun mit den Bürgern diskutiert werden. Von Thomas Hesse

Im Umspannwerk Wesel hat der Dortmunder Netzwerkbetreiber Amprion am Mittwoch die möglichen Korridore für die A-Nord-Trasse zwischen Emden an der Nordsee und Osterath im Rheinland – umstrittener möglicher Standort eines Konverters – vorgestellt.

Die Korridore beschreiben in unterschiedlichen, sich häufig verzweigenden Varianten die möglichen Verläufe der mehr als 300 Kilometer langen Trasse, die vorwiegend als Erdkabel ausgeführt werden soll und überschüssigen Windstrom aus dem Norden Niedersachsen in die Ballungsräume von NRW leitet. Von Norden aus gesehen bis ins ländliche Borken ist die Stromautobahn relativ unproblematisch. Von hier aus meidet die Trasse das dicht besiedelte Ruhrgebiet, durchzieht mit vier möglichen Rheinunterquerungen den Niederrhein, umgeht linksrheinisch Städte wie Krefeld und endet am Konverter, der den Gleich- in Wechselstrom umwandelt.

Im März 2018 soll der offizielle Antrag gestellt werden

Die Vorschläge für die Korridore, die einen Kilometer breit sind, sich mehrfach spalten und wieder zusammenfinden, berühren die Belange zahlreicher Kommunen und haben deshalb Konfliktpotenzial. In acht Bürgerveranstaltungen in der Region sowie weiteren Info-Aktionen will Amprion nun Akzeptanz schaffen und Veränderungsbedarf erkunden, um im März 2018 einen Trassenantrag bei der Bundesnetzagentur zu stellen. Ab 2021 soll gebaut werden, 2025 soll die Hochleistungstrasse fertig sein. Kostenpunkt samt Konverter: zwei Milliarden Euro.

Die A-Nord-Trasse ist der südliche Teil des sogenannten Ultranets, das in Philippsburg in Baden-Württemberg endet. Die Trassenkorridore sind nach der letzten Bewertung einer Masterstudie gerade eben festgelegt worden, um in die Feinplanung und den Bürgerdialog zu gehen. Im August und September beginnen die Veranstaltungen in dichter Reihenfolge.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Im Verfahren, an dessen Ende der Netzbetreiber seinen Vorzugskorridor benennt, können Träger öffentlicher Belange und Privatpersonen bei Antragskonferenzen ihre Vorschläge für weitere zu prüfende Korridore einbringen. Das heißt: Die verschiedenen Trassen sind veränderbar, gleichwohl wurde bei der Vorstellung am Mittwoch die vorliegende Planung als "robust" bezeichnet. "Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir transparent unterwegs sind. Nach der ersten Dialogphase mit den Trägern öffentlicher Belange folgt nun der intensive Dialog mit den Bürgern", betonte A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering.

Wohngebiete un Naturschutzgebiete umgehen

In den unterschiedlichen kommunalen Einzugsbereichen gibt es auch unterschiedliche Konfliktbereiche. Technisch einheitlich ist die Situation, dass die Erdkabelverlegung eine 35 Meter breite Trasse verlangt, dass sensible Bereiche – Wohngebiete, Naturschutzgebiete – umgangen werden und die Strecke aus wirtschaftlichen Gründen möglichst gradlinig verlaufen soll. Erdkabel dort zu verlegen, wo schon andere Leitungen verlegt sind, mache deshalb oft keinen Sinn, hieß es. In ländlichen Bereichen habe man nach der Verlegung gute Erfahrungen mit der weiteren landwirtschaftlichen Nutzung gemacht, so Amprion.

Knackpunkte sind unter anderem die Rheinquerungen. Sie sind machbar im Bereich Rees/Hamminkeln, Wesel/Xanten, südlich von Wesel sowie östlich von Dinslaken. Wewering betonte, dass es "im Moment keine Vorzugsvariante" gibt. Welche Auswirkungen der Stromautobahn vor Ort genau denkbar sind, lässt sich außer an Infomobilen oder bei Infoveranstaltungen mittels Karten im Internet nachvollziehen. Hier sind Trassenverläufe einzusehen. Außerdem bietet Amprion auf der projekteigenen Webseite die Möglichkeit der Online-Beteiligung. Hier kann jeder Bürger von Zuhause aus seine Hinweise hinterlassen. "Wir prüfen jeden Hinweis, der kommt", verspricht Wewerung.

 
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