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Wesel
Bau- und Neustraße sind reif für Neubau

Wesel: Bau- und Neustraße sind reif für Neubau
Die Baustraße - hier der Blick Richtung Flesgentor und Kornmarkt - ist so marode, dass die Stadt um eine komplette Erneuerung und Umgestaltung nicht herumkommt. Nun sollen Fördermittel beantragt werden. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Die Pläne zur Erneuerung von Innenstadtstraßen werden nächste Woche im Stadtentwicklungsausschuss auf den Weg gebracht. Ab dem 20. April können Bürger ihre Anregungen und Bedenken äußern. Gebaut wird frühestens 2018.

Wer oft im Auto über die Baustraße rollt, kennt die schlimmsten Gefahrenpunkte in der Fahrbahn. Denn seit Jahren muss hier über ein Flickwerk gerumpelt werden - mitten in der Stadt. Kein Wunder, denn die Straße stammt aus dem Jahr 1891. Seither wurde immer nur ausgebessert, ein Neubau fand nie statt. Das soll sich ändern. Mit der parallel verlaufenden Neustraße ist eine komplette Erneuerung und Umgestaltung geplant. Der Ausschuss für Stadtentwicklung soll beides am Mittwoch, 20. April, 16.30 Uhr, auf den Weg bringen. Als Baubeginn wird allerdings frühestens 2018 angegeben.

Dennoch geht es jetzt in die Feinplanung. Über grundsätzliche Dinge sollen die Bürger vom 20. April bis zum 3. Mai im Rathaus informiert werden. Anlieger werden eingeladen, andere Interessierte können einfach so vorbeischauen. Anregungen und Bedenken fließen in die Planung ein, heißt es.

Mit der Sanierung verschwinden nicht nur Risse und Schlaglöcher, es ist zudem die Erneuerung des Kanals nötig. Auch gestalterische Mängel, wie fehlende Barrierefreiheit, sollen behoben werden, denn von den heutigen städtebaulichen Ansprüchen ist die Baustraße weit entfernt. Den Planern schwebt ein urbaner und begrünter öffentlicher Raum vor, bei dem die Interessen aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden. Als Vorbild dient die parallel verlaufende Beguinenstraße mit der Bepflanzung in der Mitte, Aufweitungen in Kreuzungsbereichen und Längsparkstreifen auf beiden Seiten. Da die bestehenden neun Bäume erheblich geschädigt sind und die Wurzeln das Pflaster anheben, sind 33 neue vorgesehen. Die Anzahl der Pkw-Stellplätze soll gleich bleiben, hinzu kommen Stellplätze für Fahrräder. Auch Sitzbänke sind geplant. Während die Fahrbahn asphaltiert wird, werden die restlichen Bereiche gepflastert. Tempo 30 soll hier dann eingehalten werden. Die Kanal- und Straßenbaukosten beziffert die Stadtverwaltung mit 1.150. 000 Euro.

Eine Pflasterung ist auch für die kleinere und längst nicht so stark frequentierte Neustraße angedacht. Als gestalterische Leitlinie schwebt den Planern eine Mittelentwässerungsrinne vor. Zwölf neue Bäume, 14 Parkplätze, Fahrradstellplätze und Ruhebänke komplettieren die Neugestaltung. Zudem ist eine Ausweisung als verkehrsberuhigter Bereich geplant. Gesamtkosten für Kanal und Straße: 720 .000 Euro.

Bis zum 30. Juni muss die Stadt einen Förderantrag bei der Bezirksregierung in Düsseldorf stellen. Acht Tage zuvor sollen die Baubeschlüsse im Ausschuss für Stadtentwicklung gefasst werden - vorbehaltlich der Bewilligung von Städtebaufördermitteln. Wenn diese in Höhen von 70 beziehungsweise 50 Prozent fließen, müssen Anlieger vermutlich rund 400.000 Euro für die Arbeiten an der Baustraße und 273.000 Euro für die Neustraße aufbringen. Die Stadt wäre dann mit 120.000 beziehungsweise 35.000 Euro dabei.

(P.H./fws)
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