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Wesel
Wesel bietet Nachbarn seine Dienste an

Wesel: Wesel bietet Nachbarn seine Dienste an
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Wesel. Für die Spitzen der beiden großen Fraktionen rückt die Arbeit am Konzern Stadt in den Mittelpunkt. Von Fritz Schubert

Den Blick nach vorn richteten gestern Jürgen Linz (CDU) und Ludger Hovest (SPD) bei ihren Jahresbesuchen in der RP-Redaktion. Die Fraktionschefs kamen unabhängig voneinander, hatten aber zu wesentlichen Themen gleiche oder sehr ähnliche Ziele zu verkünden. Neben einem frühen Einstieg in die Arbeit am Etat geht es um die Positionierung der städtischen Töchter in der Nachbarschaft. Und zwar da, "wo es gewünscht wird" (Hovest).

Die städtischen Töchter ASG (Abfall, Straßen, Grünflächen), Stadtwerke und Bauverein sollen für die interkommunale Zusammenarbeit positioniert werden. FOTO: archiv

Linz sprach zunächst vom "Konzern Stadt", dessen Aufgaben geprüft und eventuell auch erweitert werden könnten. So könnte der Kreis entlastet werden, wenn das Weseler Jugendamt dessen Arbeit für Hamminkeln, Schermbeck und Hünxe miterledigen würde. Wie positiv sich sowas auswirke, zeige die Kämmerei Issum (in der Linz arbeitet), die nach Alpen auch für Kerken und Rheurdt tätig ist.

Noch fruchtbarer stellt sich das Duo Linz/Hovest die Ausweitung von Diensten des städtischen Betriebs ASG vor, der in Hamminkeln bereits Wertstoff sammelt. Erste Gespräche hat es mit der Nachbarstadt auch schon über den Service der Weseler Stadtwerke gegeben. Es solle laut Hovest nichts übers Knie gebrochen werden, doch glaube er langfristig an eine Zusammenarbeit, "an der beide Freude haben". Die Bauverein AG, so Linz, könne auch in Schermbeck aktiv werden, zumal die Gemeinde Anteile des Wohnungsriesen besitzt. Überhaupt müsse der Bauverein nun wieder für zusätzlichen Wohnraum sorgen, denn der Bedarf in Wesel sei da. Nach bezahlbaren Wohnungen, aber auch nach gehobenen Angeboten. Hier solle die noch immer bestehende gemeinsame Gesellschaft mit der Verbands-Sparkasse, einst für den Bau des Berliner-Tor-Centers (Ex-Hansa) gegründet, wiederbelebt werden.

Spürbar ist, dass die vielen Verhandlungsrunden zur Fusion der Sparkassen Wesel und Dinslaken die beteiligten Kommunen haben zusammenrücken lassen. Jürgen Linz und Ludger Hovest leiten daraus ab, dass die Weseler Töchter für und mit der Region etwas Positives bewegen können.

Gleichwohl setzten die beiden RP-Gäste auch individuelle Akzente: Linz hofft auf eine baldige Lösung fürs Bislichbad durch Fortsetzung der Gespräche mit potenziellen Trägervereinen, aber auch auf Klarheit über eine Baugenehmigung für ein Kombibad am Rhein. Daraus ließe sich dann ein (Übergangs-)Plan für Bislich und für das Heubergbad entwickeln. Hovest sieht in der Bildungspolitik - anders als Linz - einen "guten Wurf gelungen". Mit der Erweiterung der Gesamtschule werde Wesel (inklusive Mitteln für alle Schulen) in den kommenden fünf Jahren zehn Millionen Euro investieren. Folgen müsse nun in Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund ein Sportentwicklungsplan. In Sachen Flüchtlingen attestiert er Verwaltung, Verbänden und Privaten hervorragende Arbeit, erwartet aber vom Land umgehend gerechte Verteilung auch auf Großstädte (RP berichtete). Außerdem kritisiert Hovest, dass auf dem Telekom-Gelände am Schepersweg/Quadenweg sich nichts tue, obwohl auf Investorenwunsch ein Bebauungsplan erstellt wurde. Das blockiere nun Planungen an anderen Stellen.

Neujahrsempfänge: Die CDU erwartet als Gastredner Michael Breuer (Präsident des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes) am Mittwoch, 13. Januar, im Ratssaal. Die SPD hat Sonntag, 24. Januar, 11 Uhr, Ulla Schmidt (Vizepräsidentin des Bundestags, Vorsitzende der Lebenshilfe) in der Musik- und Kunstschule zu Gast.

Quelle: RP
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