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Wesel
Wesel lässt neues Stadtlogo erfinden

Wesel: Wesel lässt neues Stadtlogo erfinden
Wesels Stadtlogo FOTO: Stadtmarketing
Wesel. Studenten der Hochschule Rhein-Waal sollen ein einheitliches Erscheinungsbild für die Kreisstadt entwickeln. Von Klaus Nikolei

Jeder, der die stilisierte Silhouette eines an der rechten Seite angebissenen Apfels sieht, denkt sofort an Apple. Der dreizackige Stern ist unverkennbares Markenzeichen von Mercedes. Und der fliegende gelbe Kranich auf blauem Grund symbolisiert seit mehr als 90 Jahren die Lufthansa. Doch nicht nur Firmen und Organisationen legen größten Wert auf ein unverwechselbares Logo, sondern verstärkt auch Städte - gerade auch in Zeiten von Internet und Facebook. Mit Hilfe eines schon im Oktober beginnenden Studentenwettbewerbs will Wesel im kommenden Jahr den Wiedererkennungswert der Kreis- und Einkaufsstadt im Grünen verbessern und ist bereit, 20.000 Euro für das neue sogenannte Corporate Design (einheitliches Erscheinungsbild) zu investieren. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte dem Vorgehen fast geschlossen zu. Nur Ulrich Kuklinski (Linke) war dagegen.

Das Stadtlogo von Kamp-Lintfort FOTO: Stadtmarketing

Zwar hat Wesel seit knapp 30 Jahren ein Logo. Doch wirkt der Wesel-Schriftzug mit dem blauen S, das den Rhein symbolisieren soll, mittlerweile etwas hausbacken. Außerdem gibt es seit ein paar Jahren einen "Stempel" als Rahmenvorgabe für Flyer oder Programmankündigungen der Stadt. Im Rathaus ist man mittlerweile zu der Erkenntnis gelangt, dass einige Publikationen nicht sofort als Information der Stadt zu erkennen sind und es keinen einheitlichen Wiedererkennungswert gibt. Um das zu ändern, will sich die Stadt der Dienste der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort bedienen. Denn dort hat Prof. Christoph Zielke, ein in der Branche anerkannter Experte, 2012 bereits mit Studenten das neue Stadt-Logo für Kamp-Lintfort entwickelt. Das Signet, eine Art liegendes K (siehe Grafik), erscheint dort unter anderem auf den Briefköpfen der Stadt, Visitenkarten und Veranstaltungsflyern.

Das ist das Stadtlogo von Köln. FOTO: Stadtmarketing

Prof. Jörg Petri, ein Kollege des noch urlaubenden Prof. Zielke, erklärt auf Anfrage unserer Redaktion, dass Städte kommunizieren müssen, dass verschiedene Bereiche zu einem "etwas Größerem" gehören. "Bei einem Logo funktioniert das über die Reduktion. Deshalb werden oft nur zwei bis drei Farben und zwei Schriftarten gewählt. Das Logo ist ein Element im Strauß an Kommunikationsmaßnahmen, Schriften und Farben."

Das Logo der Gemeinde Hünxe FOTO: Stadtmarketing

Läuft alles nach Plan, werden im Frühjahr 2018 rund 20 Studenten ihre Entwürfe einer Jury vorlegen. Eine professionelle Agentur würde, so hieß es im Ausschuss, maximal drei Entwürfe präsentieren und für seine Dienste zwischen 40.000 und 60.000 Euro verlangen. Der studentische Wettbewerb, bei dem die Gewinner Preisgelder erhalten, wird im städtischen Haushalt mit insgesamt 20.000 Euro veranschlagt.

Duisburgs Logo FOTO: Stadtmarketing

Petri ist es wichtig, zu betonen, "dass wir als Hochschule nicht in Konkurrenz zu den Kreativagenturen um die Ecke treten". Gleichwohl sei es "nicht doof", Entwürfe von Studenten anfertigen zu lassen. "Bei 20 Vorschlägen sind garantiert eine Handvoll gute Arbeiten dabei", ist Prof. Petri überzeugt.

Das Logo der Stadt Dinslaken FOTO: Stadtmarketing

Der Rat wird in seiner Sitzung am 19. September ab 16.30 Uhr im Ratssaal endgültig die ganze Sache beschließen.

Das Logo der Stadt Düsseldorf FOTO: Stadtmarketing
Quelle: RP
 
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