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Wesel
"Wesel liest" bleibt auf der Erfolgsschiene

Wesel: "Wesel liest" bleibt auf der Erfolgsschiene
Hartmut Stevens (l.) las aus dem Buch "Weihrauch und Pumpernickel". Klaus Stickelbroeck (r.) ist einer der drei Krimi-Cops. RP-Foto: Fischer/ Archivfoto: Knappe FOTO: Armin Fischer
Wesel. "Wesel liest" bleibt eine gut besuchte Veranstaltungsreihe. Cheforganisator Wolfgang Berg, Leiter der Stadtbücherei, zieht ein positives Fazit: Knapp 2300 Besucher wurden bei den Veranstaltungen, unterteilt in Lesungen für Erwachsene und Jugendliche sowie Kinder-Programm, gezählt. Demnach ist die Resonanz nun seit Jahren stabil geblieben. Nur Jugendliche erreiche man kaum, bedauert der Büchereileiter. Dagegen ziehen Weseler Themen, wie sie Richard Wolsing mit seinem Buch "Wesel kleine Stadt" gleich doppelt erzählte. "Gefragt sind Orte, an die man sonst nicht kommt. Zum Beispiel die Lesung im Luftschutzbunker des Arbeitsgerichtes, wo Volker Haubitz aus 'Über uns die Stille' las", sagte Berg. Hier habe man besonders gespürt, dass die Atmosphäre entscheidend sei, das Sich-Einlassen auf Geschichten - und nicht die statistisch wirksame Zahl der Zuhörer. Von Thomas Hesse

Ein krachend humorvoller Höhepunkt war der Auftritt der Krimi-Cops im Kundencenter von Innogy in der Rathauspassage. Vor knapp 50 Zuhörern fackelten die Krimi-Cops ein comedyhaftes Gute-Laune-Programm mit viel Komödie und Katastrophen und wenig Krimi ab. Der (bezahlte) Auftritt im "Wesel liest"-Programm mit ansonsten vielen ehrenamtlich tätigen Vorlesern gehörte für Wolfgang Berg als wichtiger Baustein zum wohltuenden Erfolg der Woche im Zeichen des Lesens. Das Konzept funktioniert weiter, ist eine seiner Erkenntnisse. Die andere: "Immer wieder habe ich neue Teilnehmer kennengelernt, die die Chance auf Begegnung mit Büchern und Vortragenden gut fanden. Viele fragten, wie es im nächsten Jahr weitergeht", sagt er.

Das Innogy-Kundencenter beteiligte sich erstmals bei "Wesel liest". Die fünf Krimi-Cops sind im wahren Leben echte Polizisten der Düsseldorfer Inspektion Ost, als Cop-Trio machten sie es Gästen wie Veranstaltern mit ihr knallkomödiantischen Art leicht. Carsten Rösler, Klaus Stickelbroeck und Ingo Hoffmann sprangen munter von Rolle zu Rolle, schon das sorgte für Bewegung. "Umgelegt" hieß das präsentierte, etwas ältere Werk mit dem gegensätzlichen Fahnderpaar Struller und Jensen, die von schräger Katastrophe zu Katastrophe stolpern.

Um welchen Kriminalfall es ging? Keine Ahnung, so ähnlich wie im Münster-Tatort. Knalleffekte, überzeichnete Figuren, unmögliche Aufeinandertreffen herrschten vor - und Slapstick, wobei besonders Klaus Stickelbroeck in seinem Element war. Die "Rampensau" des Trios zückte Brotmesser am offenen Lesetisch und ließ rote Dessous baumeln. Lesen mit deftigen Vorführeffekten. Dieser krachende Humor machte Spaß. Stickelbroeck, wohnhaft in Kerken, hat übrigens seine Schreiberlaufbahn in Wesel begonnen. Um die Jahrtausendwende gab es in der Kreisstadt den Krimi-Wettbewerb "Mord vor Ort" des Emons-Verlags. Er gehörte zu den besten, seine Geschichte "Verbrechen mit Rechen" erschien im zugehörigen Sammelwerk.

Quelle: RP
 
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