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Wesel
"Wesel räumt auf" hat eine Menge Fans

Wesel: "Wesel räumt auf" hat eine Menge Fans
Treue Müllsammlerin: Mareike Claßen von der Pfadfindergruppe aus der Feldmark hat schon über zehn Mal bei der Aktion "Wesel räumt auf" mitgemacht. FOTO: Ekkehart Malz
Wesel. Mehr als 300 Freiwillige beteiligten sich allein am Samstag an der Müllsammelaktion, die wieder der Betrieb für Kommunale Dienstleistungen der Stadt Wesel, ASG, organisiert hatte. Die Rheinische Post stellt drei junge Leute vor, die beim Frühjahrsputz mit gutem Beispiel vorangehen. Von Cornelia Krsak

Auch die Natur braucht einen Frühjahrsputz. Bei der großen Müllsammelaktion "Wesel räumt auf" des ASG packten viele Vereine und Gruppen tatkräftig mit an, um Wege, Grünflächen sowie die Uferbereiche von Rhein und Auesee von Müll zu befreien. Die Weseler Grundschulen waren bereits seit Wochenanfang im Einsatz. Zur Großaktion am Samstag kamen 306 freiwillige Helfer.

Mit Zangen und Säcken vom ASG ausgestattet, durchforsteten die Gruppen das Stadtgebiet auf der Suche nach Hinterlassenschaften sorgloser Mitbürger. "Unsere Kinder machen das gern. Vor allem die Kleinen freuen sich über jeden Fund", erzählt Mareike Claßen. Mit einem Tross Feldmarker Pfadfinder säuberte die Gruppenleiterin die Flächen rund ums Feldmarker Jugendheim, den Dorotheenpark und das nahe Wäldchen. "Letztes Jahr haben wir einen Sitzsack und eine Hantel gefunden. Diesmal waren es vor allem Flaschen und Tüten", berichtete die 20-Jährige, die seit Jahren mitmacht.

Erkelenzer Frühjahrsputz "Erki" – Diese Gruppen sammeln mit FOTO: Laaser, Jürgen

Die Aktion kommt bei den jungen Teilnehmern gut an

Piero Große nahm zum ersten Mal mit der THW-Jugend an der Müllsammelaktion teil. "Wir waren an der Rheinpromenade. Das hat Spaß gemacht", sagt der 11-Jährige. Für Menschen, die ihren Müll einfach in der Landschaft entsorgen, hat der Schüler kein Verständnis. "Wir haben sogar Schuhe gefunden und Spritzen", erzählt Piero. Auch die Greenpeace-Gruppe Niederrhein sammelte am Rheinufer. "Der Plastikmüll landet sonst irgendwann im Meer", erklärt Dyrk Lübke. Vor allem für Fische, die Plastikteile mit Nahrung verwechseln, sei der Müll eine große Gefahr.

Vorreiter in Sachen Müllentsorgung ist die Jägerschaft. "Wir haben schon vor über 30 Jahren damit angefangen", so Gerhard Mölleken vom Hegering Wesel. Nach seiner Beobachtung sind illegale Müllhalden weniger geworden. "Früher haben wir Mopeds, Räder, Gummireifen und ganze Badezimmer gefunden", erinnert sich Mölleken. Diesmal fielen vor allem Getränkedosen, Plastik und Verpackungsmüll von Fastfood-Ketten an, aber auch größere Mengen Gartenabfälle und ein Sack mit gebrauchten Fliesen.

Eine Toilette, Stühle, ein Drucker: die Fundstücke der Jugendfeuerwehr

Großteile fand die Jugendfeuerwehr in Büderich. "In einem Graben lagen ein Fernseher, eine Toilette, Stühle und ein Drucker", zählt Jannik Hoppen auf. Der 15-Jährige half schon zum dritten Mal mit. "So was macht man doch nicht", tadelt Jannik gedankenlose Müllsünder.

Andrea Krebber hatte für die ASG die Organisation der Aktion übernommen. "Die Resonanz ist seit Jahren gleichbleibend gut. 800 bis 900 Personen helfen jedes Jahr, darunter auch Privatleute und Familien", so Krebber. Für die fleißigen Helfer spendierte die Metzgerei Voss schon im dritten Jahr eine deftige Suppe mit Brötchen.

831 Personen, darunter 525 Schüler, nahmen an der Aktion "Wesel räumt auf" teil. Auch Kindergärten wirkten mit. Säcke und Container mit dem gesammelten Müll werden in den nächsten Tagen vom ASG abgeholt. Ein Teil des Mülls wurde von den Helfern direkt zum Wertstoffhof transportiert.

Quelle: RP
 
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