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Wesel
Weseler sind äußerst sparsam mit Wasser

Wesel. Lediglich 125 Liter Wasser verbraucht jeder Bürger der Kreisstadt am Tag. Das ist weniger als der Landesdurchschnitt und stagniert zurzeit. Von Fritz Schubert

Für einen Topf die Spülmaschine anschmeißen? Das lohnt sich doch gar nicht. Den kann man doch besser mal eben mit der Hand spülen, oder? - Was vordergründig logisch erscheint, erweist sich bei genauerer Betrachtung als das genaue Gegenteil: Schon wer zweimal was im Spülbecken abwäscht und dies jeweils mit den üblichen fünf Litern Wasser füllt, der fährt wirtschaftlich schlechter als bei Nutzung der Maschine. Denn die kommt mit neun Litern pro Füllung aus, weiß Peter Bootz von den Stadtwerken Wesel.

Der Versorger stellt auch anhand der Verbrauchszahlen fest, dass sich das Verhalten der Kundschaft in den letzten Jahren geändert hat. 125 Liter Wasser braucht jeder Weseler am Tag. Das ist weniger als der Landesdurchschnitt und auf einen kontinuierlichen Rückgang zurückzuführen. Zurzeit stagniert der Verbrauch. Dennoch kann sich NRW im Vergleich sehen lassen.

Im Jahr 2013 verbrauchte jeder Nordrhein-Westfale durchschnittlich 133,4 Liter Trinkwasser pro Tag. Das stellte das statistische Landesamt (IT NRW) kürzlich vor und teilte mit, dass sich der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch seit Mitte der neunziger Jahre um 13,7 Liter reduziert hat. Die höchsten Verbräuche wurden in Düsseldorf (167,6 Liter pro Kopf am Tag), Mülheim (155,8) und Köln (155,1) ermittelt. Die niedrigsten Werte wurden im Kreis Siegen- Wittgenstein (107,1 Liter), im Märkischen Kreis (113,2) und im Kreis Lippe (113,7) gemessen. Der Kreis Wesel kam auf 125,5 Liter (1995: 146) und verbesserte sich von Rang 32 in 1995 auf Platz 16 (von 53) im Jahr 2013.

Hans-Josef Fischer, Präsident von IT NRW, zog dazu auch den internationalen Vergleich heran. Demnach ist Dubai mit 500 Litern pro Kopf und Tag der weltweit größte Verbraucher und Indien mit 25 Litern das Schlusslicht. In den USA, Japan und Spanien liegen die Werte doppelt so hoch wie in NRW.

Für Peter Bootz sind unter anderem technische Fortschritte die Ursachen für den Rückgang in Wesel. Wassersparende Armaturen gibt es in jedem Baumarkt und sind flott installiert. Dann rausche beim Duschen nur acht Liter pro Minute auf den Körper. 130 bis 150 Liter sind indes nötig, um eine Badewanne zu füllen.

Außerdem haben Regentonnen und Privatbrunnen ihren vermehrten Anteil an der Gartenbewässerung. Fürs laufende Jahr so Bootz, stellen die Stadtwerke einen leichten Anstieg fest. Weil es vergleichsweise wenig Niederschlag gab, mussten viele ihr Gießwasser aus dem öffentlichen Netz holen. Auch wird in heißen Sommern mehr geduscht und auch mehr gewaschen, weil die Kleidung öfter gewechselt wird. Die Stadtwerke Wesel stellen Spitzenabgaben dann fest, wenn die Leute Feierabend haben. Zwischen 17 und 19 Uhr schnellt der Absatz von 1100 auf 1300 Kubikmeter pro Stunde hoch.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ermittelte 2012 für Haushalte und Kleingewerbe übrigens folgenden Verbrauchs-Mix: Baden/Duschen 36 Prozent, Toilettenspülung 27, Wäsche waschen zwölf, Kleingewerbeanteil neun, Raumreinigung sechs, Geschirrspülen sechs und Essen/Trinken vier Prozent.

Quelle: RP
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