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Wesel
Weselerin freut sich auf Mexiko

Wesel: Weselerin freut sich auf Mexiko
Von ihren Eltern hat Julia Bödeker zu Weihnachten die Nationalflagge von Mexiko geschenkt bekommen. Dorthin wird sie im August reisen. "Ich möchte ohne Erwartungen nach Mexiko reisen und mich überraschen lassen, was dort so alles passiert", sagt sie. FOTO: Privat
Wesel. AVG-Schülerin Julia Bödeker wird sich im Sommer 2016 ihren Traum vom Auslandsaufenthalt erfüllen. Am liebsten möchte die 17-Jährige als Lehrerassistentin ehrenamtlich mit Kindern arbeiten. Von Klaus Nikolei

Der 7. August 2016 wird zweifelsohne zu einem Wendepunkt im Leben von Julia Bödeker. Denn an diesem Sommer-Sonntag will die dann 18-jährige Weselerin nach Mexiko-City aufbrechen, um elf Monate in dem lateinamerikanischen Staat zu leben, zu arbeiten und jede Menge neue Erfahrungen zu sammeln. Das wohl größte Abenteuer und das sicherlich aufregendste Jahr ihres noch jungen Lebens steht also bevor. "Auch wenn ich noch nicht weiß, in welchem Ort oder in welcher Stadt ich genau landen werde und ob mein Traum tatsächlich in Erfüllung geht, als Lehrerassistentin in einer Schule mit Kindern zu arbeiten, so freue ich mich doch sehr auf diesen neuen Lebensabschnitt", sagt sie.

Dass während ihrer Zeit in Mexiko auch Tage dabei sein werden, an denen sie Heimweh bekommen könnte und an denen sie sich unwohl fühlt, ist der angehenden Abiturientin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums (AVG) durchaus bewusst. Gleichwohl ist Julia Bödeker überzeugt, "dass am Ende die schönen Momente überwiegen werden".

Für die sozial engagierte junge Frau - unter anderem Mitglied in der Weseler Eine-Welt-Jugendgruppe und in der Jugendarbeit der Lauerhaas-Kirche seit Jahren aktiv - stand schon lange fest, dass sie irgendwann einmal ein Auslandsjahr machen möchte. "Ich denke, nach dem Abi im Sommer ist der richtige Zeitpunkt, dass dann ein prägender und schöner Lebensabschnitt in Wesel zu Ende ist und ein neuer beginnt."

Das Fernweh und die Freude, neue Menschen und Kulturen kennenzulernen, sind bei ihr vor einigen Jahren durch einen mehrtägigen Besuch in einer französischen Gastfamilie geweckt worden.

Auf der Suche nach einer passenden Organisation, mit der sie ihren Wunsch vom Auslandsaufenthalt verwirklichen kann, stieß sie Anfang des Jahres bei einer Spezialmesse in Düsseldorf auf den Verein American Field Service (AFS) Internationale Begegnungen. "Ich kannte den AFS schon aus Erzählungen von Freunden und hatte auch gleich ein gutes Bauchgefühl." Das gute Gefühl sollte sie nicht täuschen. Ihre Bewerbung, in der sie unter anderem auf ihre Tätigkeit als freie Mitarbeiterin der Rheinischen Post und als Schülersprecherin des Andreas-Vesalius-Gymnasiums verwiesen hat, sorgte dafür, dass sie zu einem Auswahltreffen nach Velbert eingeladen wurde.

Die Atmosphäre dort hat sie nachhaltig beeindruckt. "Es war toll, auf so viele Gleichgesinnte zu treffen, die alle das gleiche Ziel haben." Um das Ziel Auslandsaufenthalt zu erreichen, müssen übrigens alle Teilnehmer einen Betrag von 2750 Euro durch Spenden zusammentragen. Mit dem Geld, erklärt Julia Bödeker, "sollen unter anderem die Ausreisenden des Jahres 2017 unterstützt werden." Die Reisen aller jungen Leute bei AFS werden zu 75 Prozent vom Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.

Erst kürzlich hat Julia Bödeker mit der Sammlung der 2750 Euro begonnen. 350 Euro hat sie bereits zusammen. Vor allem erhofft sie sich Hilfe von größeren Unternehmen in Wesel, die sie angeschrieben hat. Aber auch Privatpersonen, die die Abiturientin in welcher Form auch immer unterstützen möchten, können sich bei ihr melden: boedeker. julia@hotmail.de

Auf die Frage, was denn ihre Familie, Freunde und Bekannte dazu sagen, dass sie nach Mexiko geht, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren, hat sie gleich mehrere Antworten. Es gebe da einige Freunde, die angekündigt hätten, dass sie sie in Mexiko besuchen möchten. Andere hätten ihr bei der Spendensammelaktion geholfen. "Das waren vor allem Freundinnen, die mich beim Backen von Waffeln unterstützt haben, die wir dann zugunsten von AFS verkauft haben". Und dann gebe es eine Gruppe von jungen Leuten, die zugeben würden, dass sie sich eine solche Reise nicht zutrauen würden. "Meine Eltern haben übrigens keine Angst, die vertrauen mir. Und sie haben sich längst darauf eingestellt, dass ich weg möchte."

Auch mit der Frage, was nach den elf Monaten Mexiko passiert, hat sich Julia Bödeker intensiv beschäftigt. "Wahrscheinlich werde ich ein Studium beginnen. Vielleicht im Bereich soziale Arbeit. Jedenfalls werde ich mich von Mexiko aus um einen Studienplatz in Deutschland bemühen." Es sieht also alles so aus, dass auch 2017 ein ganz besonderes Jahr wird für die junge Weselerin, die vor Lebensfreude und Optimismus nur so sprüht und die richtige Einstellung zum Leben hat. "Meine Mutter sagt immer, dass man aus allem das Beste machen sollte. Und das werde ich tun. Außerdem möchte ich ohne Erwartungen nach Mexiko reisen und mich überraschen lassen, was dort so alles passiert."

Quelle: RP
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