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Wesel
Weselerin hilft Schulkindern in Namibia

Wesel: Weselerin hilft Schulkindern in Namibia
Jenny Trapp (19) aus Wesel hat mehrere Monate mit Kindern in Afrika gearbeitet. Die Erfahrungen, die sie dort gemacht hat, möchte die Pfadfinderin nicht missen. FOTO: Markus Joosten
Wesel. Jenny Trapp aus Wesel und Lea Lindmeier (Ibbenbüren) haben jetzt im Haus am Dom von ihrem Einsatz in der Partnerschaftsgemeinde Otjiwarongo berichtet. Dort waren die beiden jungen Frauen in einem Hostel beschäftigt.

Viele junge Menschen fassen den Entschluss, eine Zeit im Ausland zu verbringen. Meist sind es Ziele wie Amerika oder Australien, die besonders reizen. Jenny Trapp (19) aus Wesel und Lea Lindmeier (20) aus Ibbenbühren wollten allerdings in ein Entwicklungsland und gingen für jeweils dreieinhalb und drei Monate nach Namibia. Jetzt berichteten die beiden im Haus am Dom von ihren Erlebnissen.

Jenny Trapp, die am Andreas-Vesalius-Gymnasium ihr Abitur abgelegt hat, begleitete zunächst die Reise des Chors des Evangelischen Kirchenkreises Wesel, um dann von September bis Dezember 2015 in sogenannten Hostels zu arbeiten. Lea Lindmeier studiert Soziale Arbeit in Hamburg. Wie der Kirchenkreis Wesel hat auch der Kirchenkreis Tecklenburg, dem Ibbenbüren angehört, die Partnerschaftsgemeinde Otjiwarongo in Namibia. Dort arbeitete Lea von Juli bis Oktober 2015 in einem Hostel.

Hostels sind vergleichbar mit Jugendherbergen. Dort wohnen während der Schulzeit die Kinder, deren Familien zu weit von der Schule entfernt leben. Jenny und Lea erledigten dort Haushaltsaufgaben, kümmerten sich aber auch um die Betreuung der Kinder, die zwischen fünf und sechzehn Jahre alt sind.

Hausaufgaben, Arztbesuche und Fußball spielen stand meist auf dem Tagesprogramm. Da Lea im Rahmen ihres Studiums in Namibia war und sie dort auch lernte, künstlerisch im sozialen Bereich zu arbeiten, bastelte sie viel mit den Kindern. Beide konnten bestätigen, dass sich die Mädchen und Jungen sehr schnell an sie gewöhnt haben. Einige vertrauten den jungen Frauen sehr persönliche Geschichten an oder schenkten ihnen selbstgebastelte Instrumente.

Die Verständigung funktionierte auf Englisch, manche konnten sogar etwas Deutsch. "Namibia ist als ehemalige deutsche Kolonie sehr deutsch geprägt", berichtet Lea. Sie hat während ihres Aufenthalts ein Spendenprojekt organisiert, um den Kindern neue Matratzen zu kaufen.

"Die Matratzen sind sehr durchgelegen und dünn. Es gibt viele Bettnässer, aber dann wird eben alles tagsüber aufgehängt und abends wieder darauf geschlafen." Zustände, die nicht für jeden einfach zu ertragen sind. Manchmal fiel das Wasser aus, mal der Strom. Viele der Kinder hatten keine eigene Zahnbürste und keinen Waschlappen, wenig Wechselkleidung, Toilettenpapier gab es nicht. Trotz Waschmaschine musste wegen des Staubs vorgewaschen werden - und das für bis zu 95 Kinder. Zu essen gab es meist Gerichte mit Maismehl, viel Fleisch, wenn vorhanden Gemüse dazu. Namibia ist ein sehr gastfreundliches, aber armes Land. "Man sollte nicht zimperlich sein", meint Jenny.

Auf die Frage, ob es eine große Umstellung gewesen sei, antwortet sie lachend: "Als Weiße geben sie dir immer das Beste. Es gab zwar zerschlagene Fenster, aber wenigstens waren Gitter davor." In einem sind sich beide Frauen trotzdem einig - sie würden jederzeit noch mal nach Namibia fliegen.

(MH)
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